Nach einer sehr schwankenden und kurvigen Nachtbusfahrt kamen wir am Freitag, 15.06., um 6.30 Uhr morgens in Nazca an. Das Internet im Bus funktionierte leider nicht, aber wenigstens haben wir anstatt 15 Stunden nur 12,5 Stunden gebraucht. Das war auch gut so, denn es war wirklich furchtbar unbequem, obwohl wir Schlafsitze hatten. Entweder war es zu kalt oder brütend warm und der Fahrer verstärkte mit seiner flotten Fahrweise das Schwanken im oberen Stockwerk enorm. Besonders auf unseren Plätzen, die im zweiten Stock ganz vorne lagen.
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| Da sitzt er, stolz wie ein Spanier :-) |
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Ein echter Held, wer den runden Aufkleber oben auf die Scheibe geklebt hat -
direkt dahinter waren unsere Sitze und wir hatten das Ding vorm Kopp... |
Zum Glück wartete wieder ein sogenannter Schlepper auf uns und zeigte uns ein nettes Hostel. Mittlerweile lassen wir uns gern auf diese Weise Zimmer zeigen, da wir oft gute Erfahrungen damit machen. Der Mann namens Carlos bot uns auch noch eine Tour zu dem Mumienfriedhof Chauchilla an, der aus Vor-Inkazeiten stammt.
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| Das war ein tolles Zimmer, sogar mit Balkon |
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| Hostel, oben sieht man unseren Balkon :-) |
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| Schöne Aussicht vom Dach, hinten links sieht man eine riesige Sanddüne |
Das eigentlich Highlight in Nazca sind jedoch die mysteriösen riesigen Linienmuster. Dabei handelt es sich um Scharrbilder (Geoglyphen genannt), die man am Besten aus der Luft sehen kann. Keiner weiß so richtig, warum diese Figuren angelegt wurden, aber sie stammen wohl auch aus der Vor-Inkazeit von vor 2000 Jahren. Weltweit bekannt wurden sie nach 1949 durch die Arbeit der Deutschen Maria Reiche,
die sich von 1941 bis zu
ihrem Lebensende 1998 unermüdlich für Schutz und Erhalt dieser
Wüstenfiguren einsetzte und sich um deren Interpretation bemühte. Viele
der Figuren sind durch Fuß- und Autospuren zerstört worden. Erst durch
die Initiative Reiches ergriff die peruanische Regierung Maßnahmen, um
eine weitere Zerstörung zu verhindern.
Auf Maria Reiches Betreiben hin
wurden die Geoglyphen 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Reiches ursprünglicher, von Paul Kosok, einem Spezialisten für antike Bewässerungssyteme inspirierter Ansatz, einen riesigen aufgezeichneten Kalender in den
Figuren zu sehen, wird heute nur noch bedingt geteilt. Immer noch ist
vieles ungeklärt, jedoch wird eine Mischung aus agrikultureller,
astronomischer und religiöser Bedeutung der Linien angenommen. So gibt
es deutliche Zusammenhänge zwischen den Richtungen mancher Linien und Sonnwendpunkten. Von den Tierfiguren wird angenommen, dass sie als rituelle Pfade bei Zeremonien dienten und dass auf ihnen Opfergaben hinterlegt wurden. Unter traditionellen Wissenschaftlern nicht anerkannt, allerdings
trotzdem die wohl populärste und berühmteste Theorie rund um die
Nazca-Linien ist der sogenannte "Cargo-Kult", der von dem schweizer Schriftsteller Erich von Däniken verbreitet wurde. Diese Theorie geht davon aus, dass die Nazca-Linien nicht von Menschenhand, sondern aufgrund ihrer Komplexität nur von außerirdischem Leben geschaffen worden sein können.
Da wir ja nicht mehr so viel Zeit auf unserer Reise haben, entschlossen wir uns zu einem Kompakt-Ausflugstag. :-) Von 9 bis 11.30 Uhr besichtigten wir den Mumienfriedhof und zwei kleine Handwerksbetriebe, wo mit Keramik und Gold gearbeitet wird. Der Friedhof von Chauchilla wurde erst um 1997 als geschützte Stätte eingerichtet, entdeckt wurde er 1920. Viele Jahre lang wurde der Friedhof von Schatzsuchern
geplündert, die den Ort vollständig zerstörten und all die Schätze, die
seit Jahrhunderten in den Gräbern der Mumien lagen, raubten. Die
Grabräuber lieβen lediglich die Leichen zurück. Der Name "Nazca" kommt übrigens aus der Quechua-Sprache und bedeutet "Ort des Leidens und der Sorgen". Die Menschen aus Nazca hatten ein sehr schweres Leben hier, da dieser Ort extrem trocken ist und die Lebensbedingungen zu damaligen Zeiten dadurch sehr schwierig waren.
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| Die besterhaltenste Mumie hier |
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| Fundstücke aus den Gräbern und Kindermumie |
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| Über das ganze Gelände erstreckten sich die Gräber |
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| Wahrscheinlich ein Schamane, wegen den extrem langen Haaren |
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| In der Töpferwerkstatt |
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| Und bei der Demonstration, wie Gold gewonnen wird |
Von 14.35 bis 15.10 Uhr machten wir dann den abenteuerlichen Rundflug über die Nazca-Linien in einer kleinen Maschine für 4 Passagiere, Pilot und Kopilot. Dieser Flug ist alles andere als magenfreundlich, aber es ging grad so... Es war jedoch hart, als das Mädel, das hinter uns saß, anfing sich in eine Plastiktüte zu übergeben... Der Geruch.... :-/ Aber die Aussicht ist wirklich spektakulär! Es gibt insgesamt 800 Linien, 300 geometrische Figuren und etwa 70 Tier- und Pflanzenzeichnungen. Wir haben davon natürlich nur einen kleinen Teil gesehen.
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| Unsere Flugroute und die zu sehenden Figuren |
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| Wal |
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| Trapez |
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| Astronaut |
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| Oben im Bild leider nur das Vorderteil des Affen und links die Beine des Hundes - es war gar nicht so leicht zu fotografieren, weil sich das Flugzeug immer auf die Seite gedreht hat, damit man schön gucken kann. |
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| Kolibri |
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| Nochmal Kolibri |
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| Keine Ahnung, was dies für Figuren sind |
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| Noch ein Vogel |
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| Findet ihr die Spinne? ;-) |
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| Und weil er so schön ist - nochmal Kolibri |
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| Vorderteil vom Papagei |
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| Panamericana |
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| ... das müssten auch noch mal Vögel sein |
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| Baum |
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| Baum und Hände, daneben der Aussichtsturm, von dem aus man diese beiden Figuren auch sehen kann. |
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| Blick nach Nazca |
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| Flughafen Nazca |
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| Mit der Fluglinie waren wir unterwegs |
Anschließend brauchten wir erstmal eine Ausruhpause. :-) Danach waren wir nur noch mit einem netten Engländer zu Abend essen und das wars für den Tag. Samstag morgen machten wir uns dann schon wieder mit dem Bus auf den Weg nach Ica.
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