Am Samstag, den 09.06. nahmen wir morgens den Bus nach Arequipa. Dabei hatten
wir Glück, weil die Strecke wieder am Canyon entlang über Chivay führte
und wir somit die schöne Strecke ein zweites Mal genießen konnten. Von
Chivay aus dauerte es nochmal gute 3 Stunden, bis wir in Arequipa
ankamen. Dort waren wir wirklich überrascht: Nicht nur, dass Arequipa
eine riesige Stadt von 1,5 Millionen Einwohnern ist. Nein, Arequipa ist
auch super modern in seiner Innenstadt, ausgestattet mit
Schicki-Micki-Klamottenläden, Mc Donalds, Starbucks und weiß der Geier
was noch. Man fühlt sich fast wie in der Leipziger Innenstadt! Mit dem
kleinen aber wichtigen Unterschied, dass vor den Toren bzw. im
Randgebiet Arequipas die Menschen in ärmlichsten Verhältnissen in
einfachen Buden leben. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist hier
gigantisch.
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| Typische Altiplano-Landschaft |
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| Arequipa liegt herrlich umgeben von mehreren Vulkanen |
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| Hostel, hier alles etwas schicker in Arequipa |
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| Plaza de Armas, wie soll er sonst heißen? :-) |
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| Iglesia de la Compania, ein wunderschön verziertes Gebäude! |
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| Nationalstolz |
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| Iglesia de San Francisco |
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| Monasterio Santa Cantalina |
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| Kathedrale |
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| Bisschen kurz geraten, der kleine Kerl :-) |
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| So modern sah es in unserem Hostel aus :-) |
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| Polizei ist hier überall gegenwärtig, vor allem so Hübsche ;-) |
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| Jaaa, auch hier gab es Kuchen ;-) |
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| Mein Teilchen war nicht so toll, aber der Kaffee und der Erdbeerkuchen waren supi :-) |
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| Schnappschuss ;-) |
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Der saß hier auf einem Balkon, den Namen haben wir leider vergessen. Wir hatten extra den Mann an der Hostelrezeption gefragt, aber nu isser weg, der Name :-) |
Sonntag früh besuchten wir ein sehr interessantes Museum, das Museo Sanctuarios Andinos.
1995 wurde bei einer Expedition auf einen der Arequipa umgebenden
Vulkane eine ca 500 Jahre alte junge Frau gefunden, Juanita genannt. Es stellte sich
heraus, dass es sich dabei um ein ca 12 jähriges Mädchen handelt, das
von den Inkas als Menschenopfer zur Besänftigung der Vulkane geopfert
wurde. Daraufhin wurden mehrere Expeditionen gestartet, die noch mehrere
Menschenopfer, immer Kinder, zu Tage brachten. Dieses Museum widmet
sich nun diesem Inka-Ritual der Menschopfer und stellt die berühmteste
der Mumien namens Juanita aus. Des Weiteren kann man hier noch alle
möglichen Opfergaben besichtigen, die den Kindern beigegeben wurden.
Fotos können wir euch von dort leider nicht zeigen, da fotografieren
nicht erlaubt war.
Anschließend nutzten wir den Tag noch, um durch Arequipa zu spazieren
und abends ein paar der bekanntesten peruanischen Köstlichkeiten zu
probieren: Meerschweinchen und marinierten Fisch. Natürlich nicht
zusammen angerichtet, sondern als zwei Gerichte ;-) Meerschweinchen
schmeckt erstaunlich gut, auch wenn es eine ziemliche Piepelarbeit ist,
das kleine Viech zu zerlegen.
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| Irgendwer hat ihm wohl leider den Hals umgedreht, im wahrsten Sinne des Wortes :-) |
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| Lecker Ceviche mit Süßkartoffel |

Am Abend wollten wir dann den Nachtbus nach Cusco nehmen. Da die Fahrt
10 Stunden dauern sollte, kauften wir uns am Vortag schon Tickets für
bequeme Schlafsitze, Cama (= Bett) genannt. Diese liegen im unteren
Bereich des Doppelstockbusses, was weniger schwankende Bewegungen
verspricht. :-) Als wir jedoch am Bus ankamen, sprach uns eine Frau auf
spanisch an und wollte uns dazu überreden, doch lieber auf die
schlechteren, weil engeren und nicht so weit zurückklappbaren Sitze im
oberen Teil des Busses zu wechseln. Sie würde uns dafür auch 5 Soles
zurückerstatten. Dabei waren die oberen Sitze eigentlich sogar 10 Soles (
ca 3 Euro) günstiger als die Unteren. Wir verstanden erst gar nicht,
was diese Frau von uns wollte und plötzlich fing sie auch noch an zu
weinen. Schließlich stellte sich aber heraus, dass sie bei der
Buskompanie im Büro arbeitet und irgendwer (vielleicht sie selbst?)
einen Fehler bei dem Kartenverkauf gemacht hat. Denn als wir einsteigen
wollten merkten wir, dass schon jemand anders auf unseren Sitzplätzen
saß, unsere Sitznummern also belegt waren, weil irgendein Depp die
Karten doppelt verkauft hatte!
Mittlerweile war es auch schon ca 3 Minuten vor der
geplanten Abfahrtszeit (und die Busse fahren in der Regel sehr pünktlich
ab) und wir hatten noch keine Lösung für das Problem. Die Frau und ihr
Kind auf "unseren" Sitzen weigerte sich natürlich ebenfalls nach oben zu
wechseln, da diese Sitze dort oben nur halb so breit und bequem sind
wie die unteren. Ein freundlicher Peruaner mit guten Englischkenntnissen
kam uns zwischendurch auch zur Hilfe und übersetzte für uns hin und
her. Aber der Typ, der die Fahrgäste am Bus kontrollierte und einließ,
hatte überhaupt kein Verständnis für unser Problem und sagte nur, das
sei ein Problem der Busagentur. Ja hallo?? Schließlich riet uns dann
unser peruanischer Helfer, dass wir am Besten in den sauren Apfel beißen
und die oberen Sitze nehmen und uns die 10 Soles Preisunterschied pro
Sitz geben lassen sollen. Denn dieses Problem gäbe es manchmal mit
dieser Gesellschaft und die fackeln dann auch nicht lange - wer nicht
einsteigt kommt nicht mit!
Um von der Fahrt
zurückzutreten und einen anderen Bus zu nehmen, war es leider nun auch
schon zu spät - es war der letzte Bus des Tages und der Busbahnhof lag
ca 3 km außerhalb der Stadt. Zu weit also, um mal eben wieder zum Hostel
zu spazieren und einen Tag später zu fahren. Somit wechselten wir also
zähneknirschend nach oben, ließen uns den Mehrpreis für die unteren
Sitze zurückgeben und verbrachten die Nacht mehr schlecht als recht auf
recht engen Sitzplätzen.
Aber auch diese Nacht ging vorbei ;-) Am nächsten Morgen machten wir
unserem Ärger bei der Agentur in Cusco nochmal Luft, aber der Typ konnte
uns leider auch nicht wirklich helfen, der Fehler lag ja bei den Leuten
in Arequipa. Er bot uns dann noch an, uns einen Discount auf weitere
Reisen mit ihnen zu geben. Aber abgesehen davon, dass unsere nächste
Route nicht mehr in ihrem Angebot lag, würden wir das dann auch doch
lieber ablehnen... Aber es tat gut, nochmal gesagt zu haben, wie
unverschämt diese Aktion und wie beschissen der Service war. Doch naja -
Schwamm drüber. Sich darüber weiter zu ärgern, bringt uns nun auch
nichts. Wenn man die Sprache nicht richtig spricht, ist jegliches
Beschweren und Reklamieren sowieso mehr als anstrengend und müßig.Wir
waren übrigens nicht die Einzigen an diesem Abend, deren Plätze schon
besetzt waren. Was aus dem anderen Pärchen (diesmal Südamerikaner)
geworden ist, haben wir dann in der Hektik gar nicht mehr mitgekriegt.
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