Sonntag, 10. Juni 2012

Peru - Arequipa


Am Samstag, den 09.06. nahmen wir morgens den Bus nach Arequipa. Dabei hatten wir Glück, weil die Strecke wieder am Canyon entlang über Chivay führte und wir somit die schöne Strecke ein zweites Mal genießen konnten. Von Chivay aus dauerte es nochmal gute 3 Stunden, bis wir in Arequipa ankamen. Dort waren wir wirklich überrascht: Nicht nur, dass Arequipa eine riesige Stadt von 1,5 Millionen Einwohnern ist. Nein, Arequipa ist auch super modern in seiner Innenstadt, ausgestattet mit Schicki-Micki-Klamottenläden, Mc Donalds, Starbucks und weiß der Geier was noch. Man fühlt sich fast wie in der Leipziger Innenstadt! Mit dem kleinen aber wichtigen Unterschied, dass vor den Toren bzw. im Randgebiet Arequipas die Menschen in ärmlichsten Verhältnissen in einfachen Buden leben. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist hier gigantisch.

Typische Altiplano-Landschaft



Arequipa liegt herrlich umgeben von mehreren Vulkanen
 


Hostel, hier alles etwas schicker in Arequipa
Plaza de Armas, wie soll er sonst heißen? :-)
Iglesia de la Compania, ein wunderschön verziertes Gebäude!







Nationalstolz
Iglesia de San Francisco



Monasterio Santa Cantalina



Kathedrale
Bisschen kurz geraten, der kleine Kerl :-)


So modern sah es in unserem Hostel aus :-)

Polizei ist hier überall gegenwärtig, vor allem so Hübsche ;-)


Jaaa, auch hier gab es Kuchen ;-)
Mein Teilchen war nicht so toll, aber der Kaffee und der Erdbeerkuchen waren supi :-)




Schnappschuss ;-)
Der saß hier auf einem Balkon, den Namen haben wir leider vergessen.
Wir hatten extra den Mann an der Hostelrezeption gefragt, aber nu isser weg, der Name :-)



Sonntag früh besuchten wir ein sehr interessantes Museum, das Museo Sanctuarios Andinos.

1995 wurde bei einer Expedition auf einen der Arequipa umgebenden Vulkane eine ca 500 Jahre alte junge Frau gefunden, Juanita genannt. Es stellte sich heraus, dass es sich dabei um ein ca 12 jähriges Mädchen handelt, das von den Inkas als Menschenopfer zur Besänftigung der Vulkane geopfert wurde. Daraufhin wurden mehrere Expeditionen gestartet, die noch mehrere Menschenopfer, immer Kinder, zu Tage brachten. Dieses Museum widmet sich nun diesem Inka-Ritual der Menschopfer und stellt die berühmteste der Mumien namens Juanita aus. Des Weiteren kann man hier noch alle möglichen Opfergaben besichtigen, die den Kindern beigegeben wurden. Fotos können wir euch von dort leider nicht zeigen, da fotografieren nicht erlaubt war.

Anschließend nutzten wir den Tag noch, um durch Arequipa zu spazieren und abends ein paar der bekanntesten peruanischen Köstlichkeiten zu probieren: Meerschweinchen und marinierten Fisch. Natürlich nicht zusammen angerichtet, sondern als zwei Gerichte ;-) Meerschweinchen schmeckt erstaunlich gut, auch wenn es eine ziemliche Piepelarbeit ist, das kleine Viech zu zerlegen.
 

Irgendwer hat ihm wohl leider den Hals umgedreht, im wahrsten Sinne des Wortes :-)

Lecker Ceviche mit Süßkartoffel



Am Abend wollten wir dann den Nachtbus nach Cusco nehmen. Da die Fahrt 10 Stunden dauern sollte, kauften wir uns am Vortag schon Tickets für bequeme Schlafsitze, Cama (= Bett) genannt. Diese liegen im unteren Bereich des Doppelstockbusses, was weniger schwankende Bewegungen verspricht. :-) Als wir jedoch am Bus ankamen, sprach uns eine Frau auf spanisch an und wollte uns dazu überreden, doch lieber auf die schlechteren, weil engeren und nicht so weit zurückklappbaren Sitze im oberen Teil des Busses zu wechseln. Sie würde uns dafür auch 5 Soles zurückerstatten. Dabei waren die oberen Sitze eigentlich sogar 10 Soles ( ca 3 Euro) günstiger als die Unteren. Wir verstanden erst gar nicht, was diese Frau von uns wollte und plötzlich fing sie auch noch an zu weinen. Schließlich stellte sich aber heraus, dass sie bei der Buskompanie im Büro arbeitet und irgendwer (vielleicht sie selbst?) einen Fehler bei dem Kartenverkauf gemacht hat. Denn als wir einsteigen wollten merkten wir, dass schon jemand anders auf unseren Sitzplätzen saß, unsere Sitznummern also belegt waren, weil irgendein Depp die Karten doppelt verkauft hatte!


Mittlerweile war es auch schon ca 3 Minuten vor der geplanten Abfahrtszeit (und die Busse fahren in der Regel sehr pünktlich ab) und wir hatten noch keine Lösung für das Problem. Die Frau und ihr Kind auf "unseren" Sitzen weigerte sich natürlich ebenfalls nach oben zu wechseln, da diese Sitze dort oben nur halb so breit und bequem sind wie die unteren. Ein freundlicher Peruaner mit guten Englischkenntnissen kam uns zwischendurch auch zur Hilfe und übersetzte für uns hin und her. Aber der Typ, der die Fahrgäste am Bus kontrollierte und einließ, hatte überhaupt kein Verständnis für unser Problem und sagte nur, das sei ein Problem der Busagentur. Ja hallo?? Schließlich riet uns dann unser peruanischer Helfer, dass wir am Besten in den sauren Apfel beißen und die oberen Sitze nehmen und uns die 10 Soles Preisunterschied pro Sitz geben lassen sollen. Denn dieses Problem gäbe es manchmal mit dieser Gesellschaft und die fackeln dann auch nicht lange - wer nicht einsteigt kommt nicht mit!

Um von der Fahrt zurückzutreten und einen anderen Bus zu nehmen, war es leider nun auch schon zu spät - es war der letzte Bus des Tages und der Busbahnhof lag ca 3 km außerhalb der Stadt. Zu weit also, um mal eben wieder zum Hostel zu spazieren und einen Tag später zu fahren. Somit wechselten wir also zähneknirschend nach oben, ließen uns den Mehrpreis für die unteren Sitze zurückgeben und verbrachten die Nacht mehr schlecht als recht auf recht engen Sitzplätzen.

Aber auch diese Nacht ging vorbei ;-) Am nächsten Morgen machten wir unserem Ärger bei der Agentur in Cusco nochmal Luft, aber der Typ konnte uns leider auch nicht wirklich helfen, der Fehler lag ja bei den Leuten in Arequipa. Er bot uns dann noch an, uns einen Discount auf weitere Reisen mit ihnen zu geben. Aber abgesehen davon, dass unsere nächste Route nicht mehr in ihrem Angebot lag, würden wir das dann auch doch lieber ablehnen... Aber es tat gut, nochmal gesagt zu haben, wie unverschämt diese Aktion und wie beschissen der Service war. Doch naja - Schwamm drüber. Sich darüber weiter zu ärgern, bringt uns nun auch nichts. Wenn man die Sprache nicht richtig spricht, ist jegliches Beschweren und Reklamieren sowieso mehr als anstrengend und müßig.Wir waren übrigens nicht die Einzigen an diesem Abend, deren Plätze schon besetzt waren. Was aus dem anderen Pärchen (diesmal Südamerikaner) geworden ist, haben wir dann in der Hektik gar nicht mehr mitgekriegt.

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