In Cusco angekommen, wurden wir auch gleich wieder von einem Typen angesprochen, der uns sein Hostel zeigen wollte. Ok, warum nicht? Das Haus sah von außen etwas unscheinbar aus, war von innen aber ok, so dass wir uns dort häuslich niederließen. Der Typ namens Yuri arbeitete auch noch in einer Reiseagentur, so dass er uns auch gleich wegen einem Ausflug nach Machu Picchu beriet. Da der berühmte viertägige Inkatrail schon Wochen im Voraus ausgebucht ist, hatten wir nun die Alternative, entweder einen anderen Trek dorthin zu laufen, mit dem Zug oder dem Bus hinzufahren oder mit einer organisierten Tour im Minibus. Da unser Zeitplan ja langsam knapp wird und wir etwas Zeit sparen wollten, entschieden wir uns tatsächlich für eine geführte Tour mit 2 Tagen und einer Nacht in Aguas Calientes, von wo man dann am zweiten Tag gaaaanz früh hoch zum Machu Picchu wandert und dort erst eine Führung hat und dann noch 3 Stunden allein die Ruinen erkunden kann. Anschließend wird man wieder zurück nach Cusco gefahren. Preislich gesehen nimmt es sich nicht viel, ob man organisiert oder auf eigene Faust hinfährt und daher sagten wir zu.
 |
| Hostel von außen |
 |
| Unser Zimmer mit Bad |
 |
| Flur |
Am nächsten Morgen sollten wir zwischen 7.30 Uhr und 8.00 Uhr am Hostel abgeholt werden. Pünktlich und pflichtbewusst wie wir Deutschen nun mal sind, standen wir um 7.30 Uhr abfahrtsbereit. Doch wir sind nun mal in Südamerika!! ;-) Und das heißt, dass der gute Yuri uns um 7.50 Uhr verkündete, dass der Bus in 10 Minuten komme. Um 8.05 Uhr sagte er dann, dass wir los können. "Los können" bedeutete in diesem Fall, dass wir vor der Tür mit ihm ein Taxi nahmen, um zu dem Bus zu fahren, da es so schneller gehen würde... Herrjeeee... Nach weiteren 10 Minuten trafen wir dann auf den Bus und besetzten die letzten beiden Plätze - die natürlich nicht nebeneinander lagen. ;-) Von den versprochenen höchstens 13- 15 Personen der Gruppe war auch nichts zu sehen, wir waren 19 plus dem Fahrer. Peruanische Genauigkeit eben ;-) Als es dann endlich losgehen sollte, fiel dem Fahrer noch ein, dass man vor einer langen Fahrt auch mal tanken müsste, so dass wir noch gut 15 Minuten an der Tanke standen...
Die Fahrt bis zum letzten Stopp des Busses dauerte bis 16.50 Uhr und zog sich über einen hohen Berg und wieder hinab bis hin zu einem beängstigend nah am Abgrund entlangführenden Schotterweg, den wir die letzte Stunde befuhren. Es war also kein Problem, dass wir die "Straße des Todes" in Bolivien ausgelassen hatten - diese Piste hier kann locker mithalten!!!
 |
| Die schmale Straße, links der Abgrund |
 |
| Anblick am Wegesrand. Na lecker... |
Eigentlich sollten wir schon gegen 15 Uhr an unserem letzten Stopp namens "Hydroelectrica" (weil es ein Wasserkraftwerk ist) ankommen. Da unsere Fahrt aber ja knapp 45 Minuten zu spät startete und dem Fahrer dann auch noch einfiel, dass Tanken vor der langen Fahrt hilfreich sein könnte, waren wir nicht mehr im Zeitplan. Zudem trödelte der Fahrer nach der Mittagspause dermaßen herum und wartete auf einen anderen Fahrer... Wenn Hydroelectrica unser letzter Stopp des Tages gewesen wäre, wäre das ja alles nicht so schlimm. Aber von dort mussten wir noch voraussichtlich 2,5 Stunden bis nach Aguas Caliente laufen, wo wir schlafen sollten.
Doch wer glaubt, dass wir nun gleich losliefen, der irrt sich. Nicht nur wir 19 Leute kamen dort an, sondern noch 2 andere Busse voller Leuten. Dazu zwei junge Typen, die versuchten, die ganzen Touristen nach den Reiseagenturen zu sortieren, bei denen man gebucht hatte. Aber die Beiden hatten irgendwie überhaupt keinen Durchblick und auch nicht von allen Anwesenden die Namen. Chaos pur... Als wir endlich losgingen, ging der eine "Guide" so schnell vorne weg, dass der Großteil der knapp 35 Touris gar nicht hinterher kam. Der zweite Typ bummelte irgendwo weiter hinter und alle verloren sich irgendwie aus dem Blick. Wir beeilten uns ganz doll, um noch im Hellen einen Großteil der Strecke zu schaffen. Zum Glück war der Weg nicht zu verfehlen, es ging gut 1,5 Stunden immer an Eisenbahnschienen entlang. Trotzdem waren wir froh, dass wir unsere Taschenlampen dabei hatten, da es sich neben bzw. auf Eisenbahnschienen eben schlecht läuft - besonders im Dunkeln ....
 |
| Zug in Hydroelectrica |
 |
| Wappen am Zug |
 |
| Irgendwo oben auf den Bergen versteckt liegt Machu Picchu |
Nach den 1,5 Stunden Wanderung im Stechschritt (mittlerweile war es stockdunkel) saßen wir den ersten Typ am Rand sitzen und auf uns warten. Wir freuten uns schon, dass wir es nun endlich geschafft hatten, doch es waren angeblich immer noch 20 Minuten zu laufen bis Aguas Calientes. Der Typ wartete nun aber auf den Rest der Gruppe, weil nun der Weg von den Schienen abwich. Allerdings lag unser Warteplatz direkt neben einer Müllstation und stank so erbärmlich, dass das Warten nicht wirklich angenehm war. Zudem waren wir ziemlich geschwitzt und kühlten nun völlig aus, suuuuper. Irgendwann kam dann endlich der zweite Typ an und als sie zählten, fehlten aber noch 3 Mädels aus der Gruppe. Die beiden Typen wollten aber nicht mehr auf die Mädels warten, worauf wir aber bestanden.
Nach einer gefühlten Ewigkeit (es war mittlerweile 19.30 Uhr) kamen wir ENDLICH in Aguas Calientes an. Dort waren die "Guides" dann wieder wahnsinnig verpeilt, als es darum ging, die Leute auf die gebuchten Hostels zu verteilen. Unsere Agentur hatte uns gesagt, dass wir ein schönes Doppelzimmer in einem sauberen Hostel bekommen, was zum Glück dann auch so war. Der Großteil der Gruppe landete aber in einer nicht so schönen Unterkunft, über die die Leute nicht glücklich waren.
 |
| Inkadenkmal in der scheinbar nur für Touristen errichteten Stadt Aguas Calientes |
 |
| Unser kleines aber hübsches Bad |
 |
| Leider nur für wenige Stunden unser Lager |
Nach einem gemeinsamen Abendessen mit der Gruppe und einer ersten Begegnung mit dem morgigen Englisch-sprechenden Guide für Machu Picchu gingen wir dann erschöpft zu Bett. Wir hatten uns vorgenommen, am nächsten Morgen zu Fuß zu Machu Picchu zu gelangen und dafür sollten wir optimalerweise um 4.40 Uhr loslaufen. Frühstück konnten wir vorher um 4.15 Uhr an dem Restaurant einnehmen, wo der Großteil der Gruppe nebenan auch untergebracht war. Alternativ hätte man auch um 5.45 Uhr mit dem Bus zu Machu Picchu hochfahren, aber das war nicht nur ziemlich teuer, sondern auch ziemlich uncool ;-)
4.15 Uhr standen wir Beiden also noch ziemlich müde vor dem Restaurant, doch - OH WUNDER - der Laden war noch zu! Erst gegen 4.20 Uhr kam aus einem Nebeneingang ein Mädel angeschlappt, die in aller Seelenruhe anfing, uns Frühstück zu machen. Seufz...
Um 4.40 Uhr begannen wir dann den Weg zur alten Inkastadt und es war wirklich extrem anstrengend! Gefühlte 1500 Steinstufen führen von 2000 m auf 2400 m hinauf und wir brauchten mehrere Pausen. Also ehrlich gesagt brauchte die nur einer von uns Beiden, aber nun gut ;-) Nach 1,5 schweißtreibenden Stunden erreichten wir den Eingangsbereich von Machu Picchu, wo wir uns um 6.30 Uhr (pünktlich zur Öffnung) mit unserem Guide treffen sollten. Doch selbst zu dieser frühen Stunde warteten bestimmt schon 200 Leute vor dem Eingang - krass! Viele davon sind aber mit dem Bus gekommen ;-)


6.35 Uhr kam dann auch unser Guide mit dem Bus angefahren (Faultier! ;-)) und wir wurden in eine englische und eine spanische Führung aufgeteilt. Da der Guide für die englische Sprache aber ein eher unsympathischer Typ war, ging der Großteil der Leute in die spanische Gruppe. Da wir dort aber wenig verstanden hätten, bleiben wir und zwei Franzosen bei dem komischen Kerl. Der meinte dann aber, dass er mit 4 Leuten nicht losgehen könne, wenn der Kollege so viele Gäste hätte, mehr als 20 seinen nicht erlaubt. Er müsse ihn nun unterstützen und würde für uns einen anderen Guide suchen. Hallo??? Somit lieferte er uns kurzerhand bei einem anderen Guide ab, der aber auch schon eine riesige Gruppe vor sich sitzen hatte. Mit uns war dieser Mann nun mit 25 Mann bestückt. Neee, ist klaaaaar.... Ganz logisch... Aber dieser neue Guide erwies sich als absoluter Glücksfall! Er sprach nicht nur viel besser englisch als der erste Typ, er war auch sehr lieb und sympathisch, dazu noch mit umfangreichem Wissen ausgestattet. Aber ratet mal, mit wie vielen Leuten der erste Typ dann durch die Gegend zog? Mit 5! Was ein Horst!!!!
Nun aber zum Wichtigsten - dem herrlichen Machu Picchu! Dabei handelt es sich um eine ca 500 Jahre alte Inka-Stadt, die von ungefähr 800 Menschen bewohnt wurde. Zum Glück fiel sie nicht der Zertörung der spanischen Eroberer zum Opfer, so dass sie noch heute in einem prima Zustand ist. Sie besteht aus mehreren Wohnhäusern, Tempel, Altaren, Plätzen und Terrassen und wurde 1911 von dem Amerikaner Hiram Bingham entdeckt. Unser Guide führte uns knapp 1,5 Stunden durch die Stadt und danach hatten wir noch 3 Stunden Zeit, die Anlage zu erkunden und zu genießen.
 |
| Der erste Blick auf Machu Picchu am frühen Morgen, noch bevor die Sonne aufging |
 |
| Hier wohnen auch Lamas :-) |
 |
| Ich hab nur gehofft, dass es mich nicht anspuckt :-) |
 |
| Das Kleine war erst ein paar Tage alt |
 |
| Wasserversorgung |
 |
| Terrassen überall |
 |
| Ich glaub das war das Haus eines Priesters oder ein Tempel |
 |
Sonnentempel
Die Fenster sind genau so gebaut, dass die Sonne bei Sonnenaufgang reinscheint. |
 |
| Toll, wie hier die Steine passend gemacht wurden! |
 |
| Der Stein im Vordergrund ist genau so geformt, wie die Berge dahinter. Aber leider war es voll gegen die Sonne, so dass man kaum etwas erkennen kann. :-/ |
 |
| Altar |
 |
| Der Berg Wayna Picchu. Man kann ihn auch besteigen, benötigt dafür aber eine besondere Eintrittskarte |
 |
| Einfach wunderschön!!!!!!!!!!!! |
 |
| Jan ist extra noch ein ganzes Stück Richtung Sonnentor gelaufen, um Machu Picchu aus der Ferne zu sehen. |
 |
Wahnsinn, mitten in diesen Bergen liegt diese tolle Inka-Stadt!
Es wird übrigens gemutmaßt, dass es noch mehr solche Städte unter Dschungel versteckt gibt. |
Ebenfalls sehenswert war die alte Inkabrücke, die aber zum Glück nicht mehr benutzt werden darf. :-)
 |
| Rechts hinter Jans Kopf kann man erahnen, wo der Weg am Fels mal lang ging - da wo nun so viele Büsche stehen. |
Gegen 11 machten wir uns wieder auf den anstrengenden Abstieg und aßen noch in Aguas Calientes zu Mittag.
 |
| Blick auf Machu Picchu beim Abstieg |
 |
| Ganz oben links sieht man die Stadt nochmal |
 |
| Kaputt :-) |
 |
| Na, seht ihrs? |
 |
| Schmied bei der Arbeit |
Anschließend mussten wir zum Glück nicht mehr bis Hydroelectrica laufen, sondern hatten in unserem Ausflugspaket eine 45 minütige Zugfahrt dorthin inklusive. Danach nochmal gut 6 Stunden non-stop Fahrt mit dem Minibus, so dass wir um 20.50 Uhr ziemlich geschlaucht wieder in Cusco ankamen. Was für eine Tour! Davon, dass es am Ende in Hydroelectrica nicht mal genug Busplätze für alle Beteiligten gab, will ich jetzt gar nichts mehr erzählen.... Was für eine schlechte Organisation... Aber unser Hostel und Machu Picchu selbst waren wirklich toll! Nach einer leckeren Pizza und Knoblauchbrot fielen wir dann aber nur noch ins Bett, wieder in dem Hostel von Yuri.
 |
| Am Besten gar nicht hinschauen... |
 |
| Ei ei ei... :-/ |
Am nächsten Morgen, Donnerstag, 14.06. erkundeten wir noch ein wenig Cusco. Dort waren gerade viele Leute auf den Straßen, weil kräftig für das große Inka-Sonnenfest am 24.06. geprobt wird und man schon viele Tanzgruppen beim Training beobachten kann. Wir besuchten das Kloster der heiligen Katherina von Siena und anschließend noch Coricancha bzw. das Kloster Santo Domingo, das auf alten Inkamauern gebaut wurde.
 |
| Morgengebet bei der Schule neben unserem Hostel |
 |
| Ein sehr geschmackvolles Bild hing in unserem Zimmer.... ;-) |
 |
| Cusco |
 |
| Kloster der heiligen Katherina von Siena, fotografiert aus dem Eingang raus |
 |
| Iglesia de la Compania de Jesus |
 |
| Toll, wie die Inkas gebaut haben |
 |
| Berühmter 12 eckiger Stein in einer alten Inkamauer, über den ja auch schon Erich von Däniken philosophiert hat ;-) |
 |
| Brunnen auf dem Plaza de Armas |
 |
| Katrhedrale |
 |
| Coricancha bzw. das Kloster Santo Domingo |
 |
| Neues auf alten Inkamauern |
 |
| Die Milchstraße |
 |
| Und die witzige Interpretation dazu :-) |
 |
| Coricancha bzw. das Kloster Santo Domingo von außen |
 |
Wer in Cusco die Straße nicht auf den dafür vorgesehenen Überwegen kreuzt,
kriegt es mit dem Peitschenmann zu tun - kein Quatsch! |
 |
| Plaza de Armas, was sonst :-) Im Hintergund Kathedrale |
 |
| Ach das war lecker!!! :-) |
Am Abend gönnten wir uns dann Luxus und fuhren mit einem teuren Nachtbus bis nach Nazca. 15 Stunden Busfahrt möchten wir nicht mehr tagsüber erledigen und somit nahmen wir den schicken Bus des Unternehmens "Cruz del Sur" um 18 Uhr. Abendessen, Frühstück und sogar Internetanschluss waren inklusive. :-) Geplante Ankunftszeit in Nazca sollte um 9 Uhr sein. Na dann - gute Fahrt und gute Nacht! :-)
 |
Am Terminal hier wurde sogar ein Foto von uns gemacht und im Bus wurden wir gefilmt vor der Abfahrt.
Wohl falls einer wegkommt ;-) |
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen