Freitag, 16. September 2011

Tibet - Lhasa

Die große Höhe (Lhasa liegt auf 3595 m Höhe) ließ uns Mädels zuerst wie auf einem schwankenden Schiff fühlen, den Männern machte die Höhe weniger aus. Auf dem Weg zum Hotel trafen wir auf sehr viele Pilger, die ihre rituelle Umrundung, die Kora, durchführten. Der Barkhor-Pilgerweg führt um den Jokhang-Tempel und ist umgeben von hunderten Souvenirständen. Die Atmosphäre im Lhasa ist beeindruckend und hat uns sehr gut gefallen. Allerdings ist es ein komisches und bedrückendes Gefühl, dass an fast jeder Straßenecke schwer bewaffnete chinesische Soldaten stehen oder durch die Stadt patrouillieren.
 

Kamin, in dem Wacholderzweige verbrannt werden




Trimm-Dich-Pfad bzw. Spielplatz für Erwachsene :-)








Die Pilger lassen ihre Gebetsmühlen den ganzen Tag kreisen



Yak-Fleisch :-)

Mehl und getrockneter Käse


Yak-Butter (etwas streng im Geschmack manchmal, aber auch als Kerzenwachs genutzt)



Schöne tibetische Holztruhen


Gruselig...

Unser Gruppenzimmer in Lhasa mit 7 Betten

Zimmerblick :-)

Chang - streng schmeckendes alkoholisches getränk aus fermentierter Gerste. Jan hat es geschmeckt - aber er mag ja auch fermentierte Stutenmilch ;-)

Der Macher von "The Ring" muss mal in diesem Lokal gewesen sein ;-)

Pilgerin in Lhasa




Teehaus

Das Konzert hätten wir ja gern gesehen - war aber leider schon vorbei


Schulmädchen

Gute Erfindung gegen kalte Hände :-)

Das Kleine war sogar an Omi festgebunden, damit es im Gewühle Lhasa's nicht abhanden kommt :-)




Sind sie nicht niedlich? :-)

Was ein Posing... :-)


Gruuuuuuuselig.... der scheint einen immer anzugucken - wie die Mona Lisa ;-)

Gefährliches Bild. Fotografieren ist nicht erwünscht. Im Hintergrund ist der Jokhang-Tempel

Die kleinen dunklen Kullern sind keine Hasenköttel, sondern Ginseng-Wurzeln, die seeeeehr lecker sind :-)




In Lhasa gibt es den weltbesten Schokokuchen!!! :-)

Unmengen an Bonbons :-)


In den nächsten Tagen in Lhasa haben wir verschiedene kleine Tempel und Klöster besichtigt, die eine tolle Ausstrahlung haben.

Raum voller Kerzen


Ein Zeichen für Unendlichkeit



In manchen Tempeln wird Schnaps geopfert :-)

Brennstoff ist Yak-Butter

Gebetsmühlen


Mönch beim Beten und Musizieren

Mönch




Kunstwerk aus Yak-Butter


Türknauf eines Tempels








Das größere Sera Monastry haben wir nur von außen umrundet. Es wurde 1419 gegründet und war einer der wichtigsten Sitze der Gelugpas. Die Gelug-Schule wird auch als die „Schule der Tugendhaften“ bezeichnet und geht aus der Lehrdarlegung des großen Reformators Tsongkhapa (1357–1419) hervor. Die Gelug-Schule (auch: Ganden-Tradition) ist die jüngste der vier Hauptschulen (Nyingma, Sakya, Kagyü und Gelug) des tibetischen Buddhismus (Vajrayana). Heute leben hier ca 600 Mönche, früher sollen es 5000 gewesen sein. Bei der Umrundung des Klosters entstanden folgende Bilder:













Heilige Wasserstelle








Das Highlight in Lhasa war aber natürlich der Potala Palast. Dieser Palast war der Sitz der tibetischen Regierung und der Wintersitz der Dalai Lamas. Er erhebt sich 13 Stockwerke hoch auf dem 130 m hohen Marpo Ri (roter Hügel) und hat über 1000 Zimmer. Der Bau geht auf den 5. Dalai Lama zurück. Nach dem Baubeginn 1645 arbeiteten Armeen von Handwerkern und Künstlern über 50 Jahre an seiner Vollendung. Der Palast ist derart eindrucksvoll, dass während der Kulturrevolution Truppen entsandt wurden, um den Bau vor den Roten Garden zu beschützen. Schon von außen wahnsinnig beeindruckend, wollten wir uns auch das Innere nicht entgehen lassen. Überraschenderweise ist es innen recht eng und dunkel. Leider war das Fotografieren im Inneren verboten.






Sarah und unser Guide






ehemalige Stallungen




Weg zumTicketoffice im Palast




Gruppenbild mit Sarah, Omri und Chen

tibetischer Pilger

Rest der tibetischen Familie







Nach den Bildern nun noch ein paar Hintergrundinformationen mit Hilfe unseres Lonely-Planet-Reiseführers "China":

Obwohl Tibet etwa doppelt so groß ist wie Frankreich, leben auf dem "Dach der Welt" nur 2,8 Millionen Menschen. Tibet ist zum großen Teil ein wüstenartiges Hochplateau, das meist über 4000 m hoch liegt.

Die überlieferte Geschichte Tibets beginnt im 7. Jh. n. Chr. Damals war Tibet mit seinen Armeen eine ähnliche Bedrohung für die Nachbarn, wie die Hunnen für Europa. Im Jahr 842 kam der tibetische Eroberungszug nach einem Attentat auf Tibets König Langdarma zum Stehen, das Reich zerbrach in mehrere unabhängige Feudalreiche. Seither haben die tibetische Truppen ihre Hochebene nicht mehr verlassen.

Der Buddhismus hatte sich bis zum 7. Jh. in ganz Tibet ausgebreitet und nach dem 9. Jh. schreckten die Klöster nicht mehr davor zurück, ihre Rivalen zu bekämpfen. Die Gelugpa-Schule löschte 1641 die rivalisierende Sakyapa-Schule aus, die Mongolen halfen ihnen dabei. Seitdem nahm das Oberhaupt der Gelugpa den Namen Dalai Lama an, der ihm von den Mongolen verliehen wurde. Der Dalai Lama wurde zum politischen und geistigen Führer, Religion und Politik waren seitdem untrennbar miteinander verbunden.

Nach dem Sturz der Qing-Dynasie war Tibet sozusagen unabhängig, bis 1950 die Chinesen in Tibet eindrangen. China wollte die Tibeter von der feudalen Leibeigenschaft befreien, nach dem politischen Verständnis der Chinesen war Tibet ein Teil Chinas und sie holten es sich somit zurück. Die tibetische Bevölkerung war jedoch unzufrieden mit der chinesischen Besatzung und 1959 kam es zu einem großen Volksaufstand, der von der chinesischen Volksbefreiungsarmee niedergeschmettert wurde, wobei Zehntausende ihr Leben verloren. Gerüchten zufolge sollte der Dalai Lama von den Chinesen entführt werden, so dass er nach Indien floh. Etliche Tibeter folgten ihm. Der Dalai Lama kämpft seitdem für die Autonomie Tibets.1989 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen, wodurch das Interesse der westlichen Welt an Tibet zunahm.

Die Chinesen sagen, dass sie Tibet aus seiner Armut, seinem feudalen System und seiner Leibeigenschaft befreit haben. Sie bauten Schulen, Straßen, Fabriken, Flughäfen und Krankenhäuser in Tibet und können die Undankbarkeit der Tibeter nicht nachvollziehen. Viele Tibeter fühlen sich jedoch ihrer Kultur und Geschichte beraubt. Sie erleben China als militärische Polizeimacht und fühlen sich im eigenen Land zweitklassig. Die Aufstände und Proteste in Lhasa im Jahr 2008 brachten diese unterschwellige Unzufriedenheit wieder ans Tageslicht. Obwohl die chinesische Regierung zurückhaltender reagierte als 1959, sorgte eine allgemeine Nachrichtensperre dafür, dass die Situation Tibets lange Zeit ungewiss blieb. Von Zeit zu Zeit ist der Besuch westlicher Touristen verboten, die Regelungen dafür schwanken. Zur Zeit darf man Tibet nur mit einer gebuchten Reisegruppe, einem beantragten Permit, einem Fahrer und einem Reiseführer betreten. Das Permit und der Reisepass müssen an allen möglichen Stellen in Tibet vorgezeigt werden und es ist nicht erlaubt, als Tourist ohne Guide öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen oder Klöster zu besichtigen.




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