Am Montag, den 27.02. ging es dann mit unserem Guide Mr Saba frühs los zu unserer Moppedtour in die Umgebung südlich von Rantepao. Absolutes Pflichtprogramm bei so einer geführten Tour ist der Besuch bei einer Beerdigung, obwohl wir lange Zeit überlegt haben, ob wir es tun sollten. Diese Zeremonien gehen über mehrere Tage, je nach Stand des Verstorbenen bzw. Vermögen der Familie. Es war zwar grad nicht absolute Beerdigungshochsaison, aber trotzdem hatten wir die Gelegenheit, eine zu besuchen. Wir erlebten dann den ersten Tag einer solchen Zeremonie.
Es ist in unserer Kultur ja sozusagen unvorstellbar, das fremde Leute einfach mal zum Glotzen auf eine Beerdigung kommen. Hier in Sulawesi ist es jedoch normal, da die Beerdigung quasi das Highlight eines Lebens ist und je nach Vermögen der Familie entsprechend groß oder riesig gefeiert wird. Normalerweise wird der Verstorbene nach seinem Tod konserviert und so lang Zuhause aufbewahrt, bis entweder genug Geld angespart ist, oder alle Verwandten und Freunde anreisen konnten. Zu Ehren des Toten wird ein großes Bild von ihm aufgehängt, mit Blumen geschmückt und auf einem speziellen Festplatz werden etliche Tribünen im Stil der Toraja-Häuser aufgebaut.
Zuerst kündigt ein Sprecher den Ablauf der Beerdigungszeremonie an, dann werden abhängig vom Wohlstand der Familie eine möglichst große Anzahl an Büffeln und Schweinen herbeigeführt. Zuerst sollen die Büffel gegeneinander kämpfen (wozu sie aber nicht immer Lust haben :-)).
Anschließend wurde es allerdings Ernst und vor aller Augen wurden die Büffel unter aufmunternden Rufen der Umstehenden durch einen beherzten Schnitt durch die Kehle getötet. Diese Methode erschien uns zuerst sehr brutal und grausam, aber wenn der Schnitt gut gemacht ist, muss das Tier unseres Erachtens wenig leiden, fällt schnell zu Boden und blutet aus. Gleich danach werden die Tiere vor Ort auseinandergenommen. Das Fleisch wird anschließend zubereitet und es findet später ein riesiges Festessen für alle Beteiligten statt. Die hygienischen Bedingungen hier sind natürlich in unseren Augen zum Haareraufen, aber das ist hier nun mal so.
Uns ist klar, dass die Fotos erschreckend sind, aber wir sind der Meinung, dass man die Menschen hier nicht für ihre Tradition und Methode des Schlachtens verurteilen darf. Im Vorfeld haben wir gesehen, dass die Tiere sehr entspannt waren und lieb von ihren Besitzern gestreichelt wurden. Die Büffel werden ein Leben lang gut gepflegt, bis sie eben bei einer Beerdigung geschlachtet werden. Wir sind sogar der Meinung, dass es diesen Tieren wahrscheinlich viel besser ergeht als deutschen Rindern, die ein tristes Dasein in einem dunklen Stall haben, um dann auf dem nach Tod riechenden Schlachthof zu landen, womöglich noch nach einer strapaziösen Transportfahrt. Wenn man Fleisch isst, muss man sich eben vielleicht auch mal darüber Gedanken machen, auch wenn man gern nur die fertige Wurst und das fertige Schnitzel aus dem Supermarkt sieht. ;-)
Durch diverse Schleichwege gelangten wir dann zu einer weiteren Tradition der Torajas, den Balkonen in den Felswänden. Um das Andenken an die Verstorbenen zu wahren und die Erinnerung an sie lebendig zu halten, werden teils schon zu Lebzeiten der Menschen (vor allem aber bei höher gestellter Personen) kleine Holzpuppen geschnitzt, die den Verstorbenen ähnlich sehen. Diese werden dann in einen in Felsen gehauenen Balkon gesetzt oder gestellt. Die Figuren werden sogar regelmäßig mit neuen Anziehsachen angezogen und bei Bedarf mit einer Brille versehen. Was für eine schöne Alternative zu Fotografien, oder? :-)
Unser Mittagessen nahmen wir in einer Bude ein, wo Mr Saba uns hinführte. Hier kosteten wir eine örtliche Spezialität - in Bambusrohr gegartes Huhn und Schwein. Es schmeckte etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben es probiert :-)
Anschließend besuchten wir noch Särge in Felslöchern, eine Beerdigungshöhle und Bäume, in denen ganz kleine Babys "begraben" werden. Dazu hackt man ein Loch in den Baum, welches später wieder zuwächst und das tote Kind einschließt. Die Torajas beerdigen ihre Toten nicht in der Erde, weil sie diese zum Nahrungsanbau nutzen und daher die Verstorbenen nicht in der Erde haben möchten. Danach konnten wir noch 2 weitere Festplätze ansehen, wo bald Zeremonien stattfinden werden. Mr Saba hat sich den ganzen Tag sehr bemüht, uns viel zu erklären und die Tour so zu gestalten, dass wir um einige Eintrittspreise drum herum kamen. Wirklich ein toller und interessanter Tag! :-) Wir lassen einfach mal noch einige Bilder folgen.

Am nächsten Tag sind wir dann auf eigene Faust nochmal mit dem Mopped losgezogen und haben den Norden der Region Toraja erkundet. dabei haben wir wieder einige tolle Balkone und Felsgräber gesehen, vor allem aber atemberaubende Landschaft!!! :-)
Am Mittwoch, den 29.02. sind wir schließlich mit dem Bus (ein schönes Exemplar diesmal ;-)) ein paar Stunden Richtung Norden nach Tentena gefahren.
| Noch schnell tanken :-) |
| Er musste bestimmt gleich zur Schule :-) |
Es ist in unserer Kultur ja sozusagen unvorstellbar, das fremde Leute einfach mal zum Glotzen auf eine Beerdigung kommen. Hier in Sulawesi ist es jedoch normal, da die Beerdigung quasi das Highlight eines Lebens ist und je nach Vermögen der Familie entsprechend groß oder riesig gefeiert wird. Normalerweise wird der Verstorbene nach seinem Tod konserviert und so lang Zuhause aufbewahrt, bis entweder genug Geld angespart ist, oder alle Verwandten und Freunde anreisen konnten. Zu Ehren des Toten wird ein großes Bild von ihm aufgehängt, mit Blumen geschmückt und auf einem speziellen Festplatz werden etliche Tribünen im Stil der Toraja-Häuser aufgebaut.
| Totenhaus mit Kränzen davor |
| An der Stirnseite hängt das Bild des Verstorbenen |
| Noch ist der Festplatz leer... |
Zuerst kündigt ein Sprecher den Ablauf der Beerdigungszeremonie an, dann werden abhängig vom Wohlstand der Familie eine möglichst große Anzahl an Büffeln und Schweinen herbeigeführt. Zuerst sollen die Büffel gegeneinander kämpfen (wozu sie aber nicht immer Lust haben :-)).
| Sprecher :-) |
| Büffel werden auf den Platz geführt |
| Da erhofft sich jemand ein gutes Bild :-) |
| Ähm ja, sehr kampflustig waren sie nicht :-) Warum auch? |
| Aber sie haben mal schön posiert :-) |
| Das Publikum hatte sich einen spannenden Kampf erhofft ;-) |
| Höhö, hier ist der Bulle sogar ausgerissen :-) |
| Och menno, schon wird er wieder zurück gezerrt |
| :-) |
| Es genießt das Streicheln, das gute Tier :-) |
| Wir durften sogar in der Ehrentribüne der Familie sitzen :-) |
| :-) |
| Mr Saba, der Gute :-) |
An dieser Stelle eine Vorwarnung für zarte Gemüter - es wird nun blutig. Wer das nicht sehen kann, bitte die nächsten 9 Bilder auslassen bzw. überspringen.
Anschließend wurde es allerdings Ernst und vor aller Augen wurden die Büffel unter aufmunternden Rufen der Umstehenden durch einen beherzten Schnitt durch die Kehle getötet. Diese Methode erschien uns zuerst sehr brutal und grausam, aber wenn der Schnitt gut gemacht ist, muss das Tier unseres Erachtens wenig leiden, fällt schnell zu Boden und blutet aus. Gleich danach werden die Tiere vor Ort auseinandergenommen. Das Fleisch wird anschließend zubereitet und es findet später ein riesiges Festessen für alle Beteiligten statt. Die hygienischen Bedingungen hier sind natürlich in unseren Augen zum Haareraufen, aber das ist hier nun mal so.
| Gemeinsames Zerlegen des Büffels |
| Im Hintergrund wird grad ein Schwein von seinen Borsten befreit |
| Palmwedel als Abdeckung bzw Unterlage |
| Abtransport Fleisch |
| Dieses Bild hat uns jemand gegeben, den wir später noch öfter getroffen haben - Hakan. Man sieht glaub ich, wie gruselig das ganze war... |
Uns ist klar, dass die Fotos erschreckend sind, aber wir sind der Meinung, dass man die Menschen hier nicht für ihre Tradition und Methode des Schlachtens verurteilen darf. Im Vorfeld haben wir gesehen, dass die Tiere sehr entspannt waren und lieb von ihren Besitzern gestreichelt wurden. Die Büffel werden ein Leben lang gut gepflegt, bis sie eben bei einer Beerdigung geschlachtet werden. Wir sind sogar der Meinung, dass es diesen Tieren wahrscheinlich viel besser ergeht als deutschen Rindern, die ein tristes Dasein in einem dunklen Stall haben, um dann auf dem nach Tod riechenden Schlachthof zu landen, womöglich noch nach einer strapaziösen Transportfahrt. Wenn man Fleisch isst, muss man sich eben vielleicht auch mal darüber Gedanken machen, auch wenn man gern nur die fertige Wurst und das fertige Schnitzel aus dem Supermarkt sieht. ;-)
Durch diverse Schleichwege gelangten wir dann zu einer weiteren Tradition der Torajas, den Balkonen in den Felswänden. Um das Andenken an die Verstorbenen zu wahren und die Erinnerung an sie lebendig zu halten, werden teils schon zu Lebzeiten der Menschen (vor allem aber bei höher gestellter Personen) kleine Holzpuppen geschnitzt, die den Verstorbenen ähnlich sehen. Diese werden dann in einen in Felsen gehauenen Balkon gesetzt oder gestellt. Die Figuren werden sogar regelmäßig mit neuen Anziehsachen angezogen und bei Bedarf mit einer Brille versehen. Was für eine schöne Alternative zu Fotografien, oder? :-)
| Hier sieht man aus der Ferne die Balkone und die Türen in den Felsen, wohinter die Särge stecken |
Unser Mittagessen nahmen wir in einer Bude ein, wo Mr Saba uns hinführte. Hier kosteten wir eine örtliche Spezialität - in Bambusrohr gegartes Huhn und Schwein. Es schmeckte etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir haben es probiert :-)
| Essensbude |
| Sah auch nicht sonderlich appetitlich aus... ;-) Dazu noch unscharf geworden, das Bild... |
| Fleißige Kraft in der Küche |
| Hühnerställe hintendran |
Anschließend besuchten wir noch Särge in Felslöchern, eine Beerdigungshöhle und Bäume, in denen ganz kleine Babys "begraben" werden. Dazu hackt man ein Loch in den Baum, welches später wieder zuwächst und das tote Kind einschließt. Die Torajas beerdigen ihre Toten nicht in der Erde, weil sie diese zum Nahrungsanbau nutzen und daher die Verstorbenen nicht in der Erde haben möchten. Danach konnten wir noch 2 weitere Festplätze ansehen, wo bald Zeremonien stattfinden werden. Mr Saba hat sich den ganzen Tag sehr bemüht, uns viel zu erklären und die Tour so zu gestalten, dass wir um einige Eintrittspreise drum herum kamen. Wirklich ein toller und interessanter Tag! :-) Wir lassen einfach mal noch einige Bilder folgen.
| Traditionelle Häuser der Toraja |
| Souvenirstände gab es zwischendurch auch |
| Babybaum |
| Nahaufnahme Babybaum |
| Eintrittsverkäuferin in einem Dorf |
| Die beiden Piepse haben die ganze Zeit am Spiegel gespielt... :-) |
| ... sind vor ihm hergeflogen und haben rumgeschäkert, bis.... |
| .... er auftauchte :-) |
| Mr Saba und Jan bei einer Kaffeepause bei einem baldigen Beerdigungsplatz, die Leute waren grad fleißig am Vorbereiten. |
| Diese Gute hat uns zum Kaffee eingeladen, danke schön! :-) |
| Mr Saba und Schulkinder :-) |
| ... immer schön dranbleiben am Mr Saba :-) |
| Hier ist Feldarbeit noch echte Knochenarbeit |
| Reisanbau |
| Diese hellen gepunkteten Büffel sind die Teuersten, die es gibt! |
| Särge vor einer Höhle |
| Dreckschwein - äh - büffel :-) Es war aber auch warm! :-) |
| Ansammlung von Särgen und einem Balkon vor einer Begräbnishöhle |
| Manche Puppen sehen wirklich echt aus!! |
| Das ist keine Müllansammlung, sondern Spendengaben für die Verstorbenen. :-) Man sieht wieder deutlich, wie wichtig den Indonesiern ihre Zigaretten sind. :-) |
| Nochmal Nahaufnahme vom Balkon - faszinierend! |
| Inneres der Begräbnishöhle |
| Hier ist mal so ein prächtiges teures Tier :-) |
| Fell zum Trocknen |
| Wow! :-) |
| Das ist wohl einer der größten Festplätze, ist nun aber ziemlich verfallen. Allerdings soll bald wieder eine Zeremonie hier stattfinden. |
| Da hatte jemand keine Lust mehr, Fahrrad fahren zu lernen ;-) |
| Tribüne für die hohen Gäste |
| :-) Da muss man einfach mitlächeln :-) |
| Typisches Bild in Asien :-) |
Am nächsten Tag sind wir dann auf eigene Faust nochmal mit dem Mopped losgezogen und haben den Norden der Region Toraja erkundet. dabei haben wir wieder einige tolle Balkone und Felsgräber gesehen, vor allem aber atemberaubende Landschaft!!! :-)
| Traditioneller Neubau |
| Hä? Wer hat den denn dort hingelegt? :-) |
| Felsgrab |
| Hier hat man sogar dem guten Hund ein Denkmal gesetzt :-) |
| Reisterrassen überall |
| Da möchte man nicht tauschen, echte Schwerstarbeit |
| Der Arme oder der Glückliche, so im Wassser angebunden? :-) |
| Mittagessen :-) |
| ... bei tollem Ausblick! |
| Fertignudelsuppe mit rotem Reis und höllisch scharfen roten Zeug :-) |
| Büffel kreuzen! Und das Tückische - sie können eine Leine über die Straße spannen! :-) |
| Kleines Minidorf |
| ... aber ne Satellitenschüssel! ;-) |
| Platz für den nächsten Verstorbenen |
| Wie gesagt - tückisch! ;-) |
| Riesiger Stein - einfach so im Wald! |
| Höhö, ohne Worte... :-) |
| Manchmal war der Weg auch ein klein wenig uneben :-) Aber Mr Saba hatte uns gute Abkürzungen beschrieben. |
| Hä? :-) |
| Wäsche trocknen mal anders :-) |
| Und zurück im Chaos in Rantepao |
Am Mittwoch, den 29.02. sind wir schließlich mit dem Bus (ein schönes Exemplar diesmal ;-)) ein paar Stunden Richtung Norden nach Tentena gefahren.
Wieder beeindruckende Bilder, da fehlt einem fast die Steigerungsform. Habt ihr den Kinder ihre Aufnahmen dann auch gezeigt? Die sind ja alle süß!
AntwortenLöschenAber auch die Aufnahmen von den Erwachsenen - grandios!
Das sah mal wieder nach tollem Abenteuer aus.. Einige Fotos sind richtig schön geworden, zum Vergrößern und an die Wand rahmen schön! Auch toll, die Frau mit Rücken zur Kamera und Blick auf die schöne Landschaft, find ich sehr aussagekräftig, oder?! Einfach nur toll!! Ich drück Euch lieb und wünsch Euch weiterhin gute Reise und ein schönes Wochenende! Küsschen :-)
AntwortenLöschenGabriele
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
AntwortenLöschenLiebe Erika und liebe Gabi,
AntwortenLöschendanke für eure lieben Kommentare! :-) Manchen Kindern haben wir die Fotos gezeigt und meist fanden sie das auch gut. Nur die beiden Kleinen, die so sehr ernst schauen, die haben gar nicht reagiert.
Jaaa, wir haben echt viele tolle Bilder, und dabei stellen wir nur einen Bruchteil dessen ein, was wir im Speicher haben ;-) Wir könnten das ganze Haus damit tapezieren :-)
Lieben Drücker und Kussi zurück und euch auch ein schönes WE!
LG Jan und Sabrina