Freitag, 17. Februar 2012

Indonesien - Bukittingi (Sumatra)

  
Auf besagten 16.30 Uhr-Bus nach Bukittinggi warteten wir letztendlich bis 18 Uhr. ;-) Man sagte uns, dass der Bus bereits aus Medan komme (ca 5 Stunden Fahrzeit entfernt) und daher Verspätung habe. Der Gedanke an 15 Stunden Busfahrt, die nun vor uns lagen, versetzte uns nicht gerade in freudige Erwartung, aber wir hatten einen Bus mit Klimaanlage und Toilette gebucht. Daher erhofften wir uns eine entspannte Fahrt – soweit eine 15-stündige Fahrt eben entspannt sein kann.

Busbahnhof Parapat - da war wohl auch schon mal mehr los...
Zeit nutzen und Fähnchen aufnähen :-)


 
Als wir dann um 18 Uhr endlich den Bus betraten, fiel uns wirklich nichts mehr ein… Der Bus war komplett voll mit Indonesiern (bis auf unsere beiden Sitze) und es stank so erbärmlich nach Pisse und Qualm, dass wir am liebsten wieder rückwärts ausgestiegen wären. Zu  diesem Zeitpunkt ahnten wir schon, dass diese Busfahrt wirklich kein Vergnügen wird.... Doch es kam noch schlimmer. Nicht, dass eine stinkende Toilette, ca 10 Kettenraucher, die den Bus in eine Nebellandschaft verwandeln, eine nicht funktionierende Klimaanlage und die Tatsache der Nachtfahrt an sich schon gereicht hätten…

Mitten in der Nacht blieb der Bus auf dem Trans-Sumatra-Highway stehen, weil es sich vor uns staute. Man muss an dieser Stelle erwähnen, dass der Trans-Sumatra-Highway an den meisten Stellen eine eigentlich (für deutsche Maßstäbe) einspurige Straße ist, auf der sich sämtliche Lastwagen und Busse Sumatras aneinander vorbei quetschen. Mitunter besteht der Highway auch nur aus einer huckeligen Schotterpiste, so dass das Reisen auf dieser Strecke wirklich ermüdend ist. Naja jedenfalls war ein LKW liegen geblieben und bei dem Versuch, ihn zu überholen, ist ein anderer LKW in den Graben gefallen. Somit war die Weiterfahrt für alle Fahrzeuge größer als ein PKW unmöglich.

Nach etlichen Stunden kam dann sowas wie ein Abschleppwagen, der den LKW aus dem Graben zog, während mehrere Männer versuchten, den anderen LKW zu reparieren. Diese ganze Aktion hat uns gute 8 Stunden Wartezeit gekostet, so dass wir anstatt 15 Stunden nun 25 Stunden bis Bukittinggi brauchten und am Dienstag abend gegen 19 Uhr völlig entnervt und kaputt dort ankamen. Was eine Qual!!!!

Die Tatsache, dass wir bei dieser Busfahrt zum ersten Mal unserer Reise den Äquator überquert haben, ist in Anbetracht der Umstände völlig untergegangen...


Nachts gegen 3 Uhr auf der Straße *seufz*
  
Das ist das Ungetüm -
den hinteren Stoßfänger haben wir uns übrigens irgendwo beim Aufsitzen des Busses abgerissen.
Mit Schwund musste rechnen.... :-)

Hier hat der Fahrer grad einen Teil des Mülls aus dem Gang ausgekehrt...

Der einzige entzückende Anblick während dieser Bus-Odyssee... :-)
:-)
       
Wer übrigens denkt, dass das „Rauchen verboten“-Schild an dem Bus irgendeine Bedeutung gehabt hätte, der irrt gewaltig. Selbst der Fahrer rauchte Kette. Und als ich irgendwann einen halbstarken Indonesier darauf hinwies, dass Rauchen im Bus eigentlich nicht erlaubt sei, machte er sich als Folge nur jedes Mal darüber lustig, wenn er sich eine neue Zigarette anzündete. Es interessiert die Indonesier dabei auch herzlich wenig, dass sich etliche kleine Kinder an Bord befanden, denen der Rauch vielleicht auch nicht gut tut. Es wurde gequalmt, was das Zeug hielt. Es ist auch nicht etwa so, dass die Indonesier bei den etlichen Pausen draußen rauchen oder draußen ihre Blase erleichtern würden – nein, das wird alles schön im Bus erledigt. Wirklich abartig. Von dem ganzen Müll, der einfach auf den Fußboden im Bus geworfen wird, mal ganz zu schweigen. Ihr könnt euch also vorstellen, was für eine Luft und Atmosphäre in diesem Bus geherrscht hat… Ich war mir zu diesem Zeitpunkt felsenfest sicher, dass ich nie wieder in meinem Leben einen indonesischen Bus betreten werde und eigentlich auch augenblicklich nach Hause fliegen möchte.

Am nächsten Tag fühlten wir uns schon ein bisschen besser, so dass wir einen Moppedausflug zu der weltgrößten Blüte machten, der Rafflesia arnoldi. Diese tolle Blume wächst in Malaysia und Indonesien und braucht 1,5 Jahre Zeit, um dann für 7 Tage zu blühen. Eine unsichere Angelegenheit also, ob gerade in dem Moment, wenn man hier seinen Urlaub verbringt, auch die Blüte blüht. Aber wir hatten Glück und konnten nach einem kurzen Dschungelmarsch dieses schöne (wenn auch nicht makellose) Exemplar bewundern.

Da ist sie! :-)

Wer ist schöner? :-)


 

Ein tolles Ding :-)

   
 
Zimtbäume :-)

Aus der getrockneten Rinde bestehen die Zimtstangen, die wir so kennen.
Selbst die frische Rinde roch und schmeckte toll nach Zimt :-)
 Anschließend erlebten wir noch ein weiteres Highlight – wir kamen in den Genuss, den teuersten und speziellsten Kaffee der Welt zu trinken. Dabei handelt es sich um Kaffee Luwak. Luwak ist der indonesische Name für die Zibetkatze, die im Dschungel lebt und sich von den besten der guten Kaffeebohnen ernährt. Anschließend scheidet sie die Bohnen unverdaut wieder aus, womit dann die Kaffeezubereitung beginnt. Man sammelt den Kot dieser Katze ein, wäscht die Kaffeebohnen heraus, trocknet und röstet sie und erhält so einen wunderbaren Kaffee. Klingt vielleicht ekelhaft, schmeckt aber sehr lecker. :-) Selbst die gerösteten Kaffeebohnen schmecken gut, gar nicht bitter. Ach ja, das Dorf dort hieß Batang Palupuh.




Das isse - die Zibetkatze :-)

 
Cat poo - oder auch Katzenkot genannt :-) Schön zu sehen sind die Kaffeebohnen :-)

Von rechts nach links - Katzenkot, gewaschene Bohnen, geröstete Bohnen :-)
Frau beim Reisanbau


Calimero :-)

Traditionelles Dorfgemeinschaftshaus in irgendeinem Dörfchen auf dem Weg

Schlafende Flughunde :-)

Der Erfinder des Regenschirms hat bestimmt auch mal so einen Flughund gesehen ;-)

Herrlich, wie die sich eingemummelt haben :-)

Schickes Rindenkostüm, wa? :-)

Blick über ein Tal :-)


Für den nächsten Tag hatten wir uns für ein Trekking auf den Gunung Merapi (Gunung ist das indonesische Wort für Berg) angemeldet, um endlich auch mal einen mehr oder weniger aktiven Vulkan bestiegen zu haben. Gemeinsam mit einem dänischen Pärchen, einer Polin, einem Australier und unserem indonesischen Guide starteten wir am frühen Morgen. Die Wanderung sollte 6 Stunden bis zum Gipfel dauern, dann noch einmal 4 Stunden zurück. Der Weg führte zuerst durch Felder, dann durch dichten Dschungel und Felsspalten und später über Vulkangestein. Leider verschlechterte sich das Wetter auf dem Weg nach oben und pünktlich zum Erreichen der Spitze war jegliche Sicht hinter einer dicken Wolken- und Nebeldecke verschwunden und es regnete in Strömen. Suuuuuper!

  
Merapi vom Hoteldach aus - da wollen wir hoch!


Mutti guck mal - CLEMATIS!! :-)

Morgenstimmung

Prächtige Möhren gedeihen in der Vulkanerde :-)
Gruselige Brücke, oder?
Oh oh - Wolken ziehen auf....

Über Stock und Stein :-)
... und durch enge Gassen :-)

Rast :-)

Auch Rast :-)

Nach dem Wald ging es über Vulkangestein. Im Vordergrund unser 55 jähriger Guide :-)

Tolle Aussicht.....
Doch immer noch frohen Mutes :-)

Äh ja - jetzt dann nicht mehr ;-)
Das ist auf der Gipfelebene, im Hintergrund der Krater :-)

Suuuuuper hier! :-)

Keep smiling - wenn auch mit Hilfe ;-)

Auf dem Mond könnte es auch so aussehen, oder?

             
Auch beim anschließenden Abstieg regnete es weiter, so dass unser Vulkan-Trekking leider in die Kategorie „Nicht-geglückte-Unternehmungen“ verschoben werden muss.


Zum Glück hatten wir unseren Reiseleiter dabei :-)

Jaaaaa, wandern macht SPASS!!!!! :-)

Kleine Rast.
Der Typ im Vordergrund hatte sich bei der Kleiderwahl am Morgen auch etwas verschätzt ;-)
Er war klatschnass und durchgefroren.

Das war ganz schön eng!!!

Und endlich wieder unten angekommen - Posieren im Bambushain :-)
 

Aber anschließend hatte ich noch 3 Tage was von meinem Muskelkater… Jan natürlich nicht, aber der ist eben auch um einiges fitter und sportlicher als ich. Zum Glück stand er mir während des Trekkings auch immer lieb zur Seite, um mir seine Hand zu reichen. Ich verfüge nämlich leider nicht über seine beneidenswerte Yak-ähnliche Trittsicherheit. Schade jedenfalls, dass wir keine Aussicht hatten, denn wir hatten für die Merapi-Besteigung extra einen anderen Ort mit zwei Vulkanen ausgelassen. Nun ja, manchmal weiß man eben nicht im Voraus, welches die besseren Entscheidungen sind. ;-)

Nun noch ein paar Schnappschüsse aus Bukittinggi:


Innenstadt

Trotz blödem Wetter schöner Uhrenturm und Pferdekutschen :-)


So ein schöööönes Mittagessen!!!! :-)
Gemütlicher Kneipenabend mit Livemusik

..... und Internetanschluss :-)
  
    

Am nächsten Tag, Freitag, der 17.2. hatten wir dann keine andere Wahl, als wieder den Bus zu nehmen. Wir fuhren nach Padang, weil dort der nächstgelegene Flughafen liegt und wir Sumatra nun Richtung Java verlassen wollten.





2 Kommentare:

  1. Oh Gott, eure Busfahrt klingt ja mehr als nur grauselig... :( Ihr armen... Schrecklich, das ist nun wirklich zum Abgewöhnen...

    Schade auch, dass das Wetter bei der Vulkanbesteigung nicht mitgespielt hat. Dafür sieht diese Blume aber grandios aus. Wow, die hat ja eine riesige Blüte! Wahnsinn!

    Von diesem Kaffee hab ich auch schonmal gehört, ist ja lustig dass das wirklich gut schmeckt...

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  2. Hallo liebe Anna!

    Zum Glück sehen die Busse hier in Chile viel besser aus! Ob sie auch besser sind, kann ich dir nachher berichten ;-)

    LG aus Chile :-)

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