Sonntag, 20. Mai 2012

Bolivien - Potosi


Donnerstag, den 17.05., stiegen wir morgens in den Bus nach Potosi, eine für ihre Silberminen berühmte Stadt. Potosi hat 169.000 Einwohner und liegt am Fuß des Berges Cerro Rico, dessen Silberreichtum Potosí im frühen 17. Jahrhundert zu einer der größten Städte der Welt machte und von dessen Silber- und Zinnvorkommen die Stadt noch heute abhängig ist. 

Der Bus war nicht mehr so gut, wie die Busse in Argentinien und Chile, aber trotzdem ok. Allerdings fühlten wir uns etwas an Südostasien erinnert, weil der Busfahrer mehr Leute mitnahm, als Sitze vorhanden waren. Einige Leute mussten im Gang stehen, wer Glück hatte, konnte auf einem umgedrehten Eimer im Gang sitzen. Zwischenzeitlich saß ein bolivianisches Mädchen mit einem Hundebaby im Arm neben uns im Gang, was uns natürlich höchst erfreute! :-)
 
Es ist wirklich unglaublich, wo die Leute unterwegs ausgestiegen sind. Scheinbar mitten im wüstenartigen Nirgendwo stiegen etliche Bolivianer ein und aus, nur manchmal konnte man kleine Steinhütten erkennen. Nach gut 5 Stunden Fahrt  kamen wir in Potosi an, was sich rühmt, die höchstgelegene Stadt der Welt zu sein. Tatsächlich liegt es auf 4070 m über dem Meeresspiegel, was manchen Menschen (wie mir) das Atmen und Schlafen deutlich erschwert, bzw unmöglich macht. Tatsächlich ist man in dieser Höhe bei selbst kleinen Anstrengungen schnell außer Atem.



Nach einem anstrengenden Marsch bergauf fanden wir ein nettes Hostel, wo wir uns einquartierten. Wir bezogen wieder ein Zimmer im Schlafsaal mit 4 Betten, welcher leider ein wenig dunkel war, aber zumindest ein angeschlossenes Badezimmer hatte. Zudem war das Frühstück inklusive und kostenloses Wifi-Internet, was uns sehr entgegen kam. Am ersten Tag hier erkundeten wir ein wenig die Stadt und ließen uns leckeres bolivianisches Essen namens „Pique a lo Macho“ schmecken.



Im Hostel
 

Links das rote Gebäude ist das Hostel.


Die Nacht war nur für einen von uns erholsam, denn die große Höhe hier macht mir sehr zu schaffen und lässt mich schwer atmen. Jan hingegen macht die Höhe zum Glück nichts aus.

In Potosi ist wohl die größte Touristenattraktion der Besuch einer Mine, wo heutzutage noch immer gearbeitet wird. Da dies aber nicht gerade ungefährlich ist und man sogar unterschreiben muss, dass man keine Ansprüche an die Reisebüros erhebt, wenn man sich verletzt, erkrankt oder zu Tode kommt, haben wir darauf verzichtet. Ehrlich gesagt kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, in einem dunklen, heißen, stickigen Gang rumzukriechen, allein der Gedanke löst Beklemmungen bei mir aus… Zwar wäre es bestimmt interessant gewesen und man würde die Bergarbeiter auch unterstützen, denn sie bekommen angeblich 15 % der Einnahmen durch die Touren. Trotzdem haben wir uns entschlossen, diese Tour nicht zu machen, auch wenn es bestimmt interessant wäre.

Freitag wollten wir morgens an einer englischsprachigen Führung durch das Münzmuseum teilnehmen, aber die Führung fand erst am Nachmittag statt. Daher statteten wir dem ältesten Kloster Boliviens „San Francisco“ einen Besuch ab. Von dessen Dach hat man einen tollen Blick über Potosi und die Führer geben sich große Mühe, auch wenn wir nur bruchstückhaft Spanisch reden und verstehen. 



 
In den Katakomben
 




Das ist der Cerro Rico, in dem die ganzen Minen liegen


Blick über das Klostergelände




Blick zur Kathedrale


Innenhof Kloster




Nachmittags dann besichtigten wir dann das Münzmuseum „Casa de la Moneda“, welches eine ehemalige Münzfabrik ist. Dort konnte man prima Einblick in die Geschichte des bolivianischen Geldes gewinnen, welches heutzutage aber aus Gründen der Kostenersparnis in Frankreich, Chile und Kanada hergestellt wird. Ebenfalls gab es eine große Ausstellung von Bildern, Mineralien, Waffen und der Maschinerie, mit der Silber geschmolzen und gepresst wurde. Leider waren wir für einen Fotopass zu geizig, daher haben wir nur ein Foto vom Innenhof des Museums zu bieten. ;-) Es war wahrscheinlich übrigens die kälteste Museumstour, die wir je gemacht haben. Zum Glück wartete im Hostel eine heiße Dusche auf uns.

Innenhof Casa de la Moneda


Casa de la Moneda von außen

Nun einfach mal ein paar gemischte Bilder aus Potosi, damit ihr einen Eindruck von der Stadt bekommt.

Touristeninfo
 

An manchen Ecken stehen "Schreiberlinge", die auf ihren Schreibmaschinen Briefe oder was auch immer für andere verfassen




Irgendwo wird immer gefeiert in Südamerika :-)
Mittagspause :-)
 

Platz des 10. November
Tolle Kostüme! Keine Ahnung, was das schon wieder für ein Umzug war :-)
Der Yeti wohnt in Potosi - kein Wunder, dass ihn keiner findet :-)


Der Yeti hat auch 2 Kinder :-)
 




Blick vom Dach des Hostels



Eigentlich wollten wir am Samstag, 19.05, schon wieder weiterreisen Richtung Sucre, aber das wichtige Spiel des Championsleague-Finales verhinderte dies. Eventuell hätten wir es nicht rechtzeitig zum Spiel in Sucre geschafft, daher beschlossen wir, noch einen Tag länger in Potosi zu bleiben, um in Ruhe in einer Kneipe das Spiel sehen zu können (bei uns hier war 14.45 Uhr Anstoß). Schweren Herzens mussten wir die deutsche Niederlage mit ansehen :-(


Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Sucre, einer Stadt knapp 170 km entfernt gen Nordosten.
 
Der Busbahnhof in Potosi ist supermodern





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