Donnerstag, den 17.05., stiegen wir morgens in den Bus nach
Potosi, eine für ihre Silberminen berühmte Stadt. Potosi hat 169.000 Einwohner und liegt am Fuß des Berges Cerro Rico,
dessen Silberreichtum Potosí im frühen 17. Jahrhundert zu einer der
größten Städte der Welt machte und von dessen Silber- und Zinnvorkommen
die Stadt noch heute abhängig ist.
Der Bus war
nicht mehr so gut, wie die Busse in Argentinien und Chile, aber trotzdem ok.
Allerdings fühlten wir uns etwas an Südostasien erinnert, weil der Busfahrer
mehr Leute mitnahm, als Sitze vorhanden waren. Einige Leute mussten im Gang
stehen, wer Glück hatte, konnte auf einem umgedrehten Eimer im Gang sitzen.
Zwischenzeitlich saß ein bolivianisches Mädchen mit einem Hundebaby im Arm neben uns im Gang, was uns natürlich höchst erfreute! :-)
Es ist wirklich unglaublich,
wo die Leute unterwegs ausgestiegen sind. Scheinbar mitten im wüstenartigen
Nirgendwo stiegen etliche Bolivianer ein und aus, nur manchmal konnte man
kleine Steinhütten erkennen. Nach gut 5 Stunden Fahrt kamen wir in Potosi an, was sich rühmt, die
höchstgelegene Stadt der Welt zu sein. Tatsächlich liegt es auf 4070 m über dem
Meeresspiegel, was manchen Menschen (wie mir) das Atmen und Schlafen deutlich
erschwert, bzw unmöglich macht. Tatsächlich ist man in dieser Höhe bei selbst
kleinen Anstrengungen schnell außer Atem.

Nach einem anstrengenden Marsch bergauf fanden wir ein nettes Hostel, wo wir
uns einquartierten. Wir bezogen wieder ein Zimmer im Schlafsaal mit 4 Betten,
welcher leider ein wenig dunkel war, aber zumindest ein angeschlossenes
Badezimmer hatte. Zudem war das Frühstück inklusive und kostenloses
Wifi-Internet, was uns sehr entgegen kam. Am ersten Tag hier erkundeten wir ein
wenig die Stadt und ließen uns leckeres bolivianisches Essen namens „Pique a lo
Macho“ schmecken.
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| Im Hostel |
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| Links das rote Gebäude ist das Hostel. |
Die Nacht war nur für einen von uns erholsam, denn die große Höhe hier macht
mir sehr zu schaffen und lässt mich schwer atmen. Jan hingegen macht die Höhe
zum Glück nichts aus.
In Potosi ist wohl die größte Touristenattraktion der Besuch einer Mine, wo
heutzutage noch immer gearbeitet wird. Da dies aber nicht gerade ungefährlich
ist und man sogar unterschreiben muss, dass man keine Ansprüche an die Reisebüros
erhebt, wenn man sich verletzt, erkrankt oder zu Tode kommt, haben wir darauf
verzichtet. Ehrlich gesagt kann ich mir auch überhaupt nicht vorstellen, in
einem dunklen, heißen, stickigen Gang rumzukriechen, allein der Gedanke löst
Beklemmungen bei mir aus… Zwar wäre es bestimmt interessant gewesen und man
würde die Bergarbeiter auch unterstützen, denn sie bekommen angeblich 15 % der
Einnahmen durch die Touren. Trotzdem
haben wir uns entschlossen, diese Tour nicht zu machen, auch wenn es bestimmt
interessant wäre.
Freitag wollten wir morgens an einer englischsprachigen Führung durch das Münzmuseum
teilnehmen, aber die Führung fand erst am Nachmittag statt. Daher statteten wir
dem ältesten Kloster Boliviens „San Francisco“ einen Besuch ab. Von dessen Dach
hat man einen tollen Blick über Potosi und die Führer geben sich große Mühe,
auch wenn wir nur bruchstückhaft Spanisch reden und verstehen.
Nachmittags dann besichtigten wir dann das Münzmuseum „Casa
de la Moneda“, welches eine ehemalige Münzfabrik ist. Dort konnte man prima
Einblick in die Geschichte des bolivianischen Geldes gewinnen, welches
heutzutage aber aus Gründen der Kostenersparnis in Frankreich, Chile und Kanada
hergestellt wird. Ebenfalls gab es eine große Ausstellung von Bildern,
Mineralien, Waffen und der Maschinerie, mit der Silber geschmolzen und gepresst
wurde. Leider waren wir für einen Fotopass zu geizig, daher haben wir nur ein
Foto vom Innenhof des Museums zu bieten. ;-) Es war wahrscheinlich übrigens die
kälteste Museumstour, die wir je gemacht haben. Zum Glück wartete im Hostel
eine heiße Dusche auf uns.
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| Innenhof Casa de la Moneda |
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| Casa de la Moneda von außen |
Nun einfach mal ein paar gemischte Bilder aus Potosi, damit ihr einen Eindruck von der Stadt bekommt.
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| Touristeninfo |
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| An manchen Ecken stehen "Schreiberlinge", die auf ihren Schreibmaschinen Briefe oder was auch immer für andere verfassen |
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| Irgendwo wird immer gefeiert in Südamerika :-) |
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| Mittagspause :-) |
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| Platz des 10. November |
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| Tolle Kostüme! Keine Ahnung, was das schon wieder für ein Umzug war :-) |
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| Der Yeti wohnt in Potosi - kein Wunder, dass ihn keiner findet :-) |
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| Der Yeti hat auch 2 Kinder :-) |
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| Blick vom Dach des Hostels |
Eigentlich wollten wir am Samstag, 19.05, schon wieder weiterreisen Richtung
Sucre, aber das wichtige Spiel des Championsleague-Finales verhinderte dies. Eventuell
hätten wir es nicht rechtzeitig zum Spiel in Sucre geschafft, daher beschlossen
wir, noch einen Tag länger in Potosi zu bleiben, um in Ruhe in einer Kneipe das
Spiel sehen zu können (bei uns hier war 14.45 Uhr Anstoß). Schweren Herzens mussten wir die deutsche Niederlage mit ansehen :-(
Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf den Weg nach Sucre, einer Stadt knapp 170 km entfernt gen Nordosten.
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| Der Busbahnhof in Potosi ist supermodern |
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