Am Dienstag, 22.11., verließen wir Varkala nach wunderschönen entspannten Tagen, voller freundlichen Menschen und günstigem, aber sehr gutem Essen. Wir waren traurig, dass wir Ooty und den kleinen Sonderzug nun nicht besuchen können, aber Pondicherry sollte laut Reiseführer ebenfalls schön sein.
Also starteten wir den etwas komplizierten Weg dorthin. Mittags nahmen wir erst das Tuktuk zum Bahnhof, dann den örtlichen Zug in die Stadt Trivandrum. Von dort hatten wir Fahrkarten für den Zug reserviert, der über Nacht Richtung Pondicherry fährt. Allerdings leider nicht direkt dorthin, sondern nach Villupuram. Von dort musste man wiederum den Zug wechseln, um ENDLICH nach Pondicherry zu gelangen.
Irgendwie schien diese Reise dorthin unter keinem guten Stern zu stehen… In Trivandrum knickte ich blöd um, so dass mein Knöchel seitdem etwas weh tut. Der Zug nachts wimmelte von Mücken, so dass an Schlaf nicht wirklich zu denken war. Zudem befanden sich unsere Betten direkt neben den Toiletten, was auch eine ganz besondere Erfahrung ist. Allerdings gab es diesmal scheinbar mal keine Mäuse und Ratten im Zug.
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| Der Zug nach Trivandrum war sooo dreckig :-( |
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| Tapfer lächeln ;-) |
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| Blick aus unserem "Verlies" :-) |
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| Reisfelder |
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| :-) |
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| Super leckere Chips gibts hier :-) |
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| Zwischenstation, morgens 5.45 Uhr ;-) |

In Pondicherry angekommen, fiel uns fast die Kinnlade runter, was die Zimmer hier kosten sollten. Klar, Pondicherry ist eine Stadt an der Küste, die ein hübsches französisches Viertel besitzt, das immer noch einen kolonialen Charme ausstrahlt. Aber das rechtfertigt in unseren Augen keineswegs die völlige Arroganz und Überheblichkeit der Menschen, die uns hier entgegenschlug. :-( In den Restaurants waren die Preise überzogen und das Personal so unfreundlich, dass man ihnen direkt in den Hintern treten möchte. Die Bedeutung und Kraft eines freundlichen Lächelns scheint hier völlig unbekannt zu sein.... Wir wissen nicht, was für Leute hierher fahren, um hier Urlaub zu machen, aber es müssen Leute sein, die viel zu viel Geld haben und sich in snobistisch angehauchter Atmosphäre in Sandel- oder Rosenholzbetten wohlfühlen. Hier wimmelt es von Schicki-Micki-Franzosen, die hier einen Kunstladen oder ein Art-Café betreiben. Okay, in dem einen Café waren die Französinnen nett! ;-) Pondicherry ist definitiv KEIN Ort für Backpacker, zumindest nicht für uns.
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| Notre Dame de la Conception |
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| Golf von Bengalen |
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| Notre Dame de Agnes |
Zum Glück fanden wir nach langem Suchen noch eine Unterkunft. Ein etwas verwirrt aussehender älterer Mann winkte uns heran und bot uns ein Zimmer in seinem Haus an. Das Zimmer war ok (und hatte einen Kühlschrank!!!) und somit quartierten wir uns für eine Nacht bei diesem vor 18 Jahren ausgewanderten Franzosen ein. Die weiteren Gäste waren alles auch Franzosen, das Frühstück spartanisch, aber lecker und günstig.
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| Nicht das Schönste, aber bezahlbar... |
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| Aber der Schrank war schön :-) |
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| Tamil und französisch |
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| Das Guesthouse und der französische Besitzer :-) |
Am nächsten Morgen verließen wir Pondicherry schnellstens wieder und hofften darauf, dass es in Mamallapuram wieder schöner wird. Schließlich sind unsere Möglichkeiten, derzeit Alternativen zu finden, sehr eingeschränkt. Wir haben den Flug auf die Andamanen für Montag, den 28.11. gebucht, und können daher nicht groß woanders hin fahren bis dahin. Mamallapuram liegt 50 km vom Flughafen in Chennai entfernt, so dass wir von dort mit Bus oder Taxi direkt zum Flieger fahren können. Chennai ist eine riesige Stadt, daher wollten wir einen Aufenthalt dort umgehen.
Wobei die Einschätzungen im Reiseführer derzeit nicht unbedingt unseren Geschmack getroffen haben. So ist das eben, wenn man sich auf ein Buch verlässt, wo andere Menschen von ihren Erfahrungen berichten. Mal trifft es den eigenen Geschmack, mal so gar nicht…. Aber deswegen tut man ja eine Reise – um neue und eigene Erfahrungen zu machen. Dass sie nicht unbedingt immer schön sind, gehört leider dazu. Nun mag man sich fragen, warum wir denn überhaupt einen Reiseführer nutzen. Die Antwort ist einfach – weil er größtenteils hilft, die Reise zu organisieren und über mögliche Transportverbindungen und andere nützliche Infos verfügt. :-)
Ihr merkt schon, unsere Grundstimmung ist gerade etwas – nun ja – frustriert. Mamallapuram ist ebenfalls nicht wirklich toll, auch wenn die Leute hier netter sind und es auch ein paar hübsche Dinge zum Anschauen gibt. Nun hängen wir hier aber für 4 Tage fest und unglücklicherweise regnet es fast ununterbrochen. Unser Zimmer wimmelt mal wieder von Moskitos, denen wir mit Insektenspray auf die Pelle rücken. Allerdings muss man aufpassen, dass man sich mit dem Zeug nicht aus Versehen selbst ausrottet. ;-) Das Wasser in unserem Badezimmer stinkt erbärmlich nach Eisen und in der Glotze laufen nicht mal die englischsprachigen Programme, wie sonst in Indien eigentlich üblich.
Nun fühlen wir uns so blöd ausgebremst, weil unsere Reise grad unfreiwillig zum Stillstand kommt. Hätten wir das gewusst, so hätten wir doch das tolle Trekking in Sikkim machen können, auf das wir aus Zeitgründen leider verzichtet haben. Wir hätten auch länger in Rajasthan bleiben können, wo es uns so gut gefallen hat, wir aber leider nur so durchgehetzt sind. Ach ja, hätte, hätte, hätte…..
So, nun ist der ganze Frust mal niedergeschrieben, die Luft abgelassen. Zum Glück werden BESTIMMT auch wieder bessere Zeiten kommen. Aber hier müssen wir halt lernen, dass eine Weltreise nicht nur aus eitel Sonnenschein besteht. Wir merken auch grad wieder, wie richtig unsere Entscheidung war, nicht schon alle Flüge unserer Reise im Vorfeld zu buchen. Die Flexibilität, die man sich erhält, ist wirklich unbezahlbar. Klar, je später man die Flüge bucht, desto teurer können sie sein. Aber wir versuchen, die Preise ein wenig im Auge zu behalten. Dieses „an-einem-Ort-festsitzen“ ist wirklich nicht unser Ding....
Doch wir lassen uns unsere Lust an der Reise nicht verderben und der nächste Bericht klingt bestimmt schon bald wieder fröhlicher! :-) Zum Abschluss ein paar erste Bilder aus Mamallapuram:
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| Taxistand |
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Ein schönes Wandrelief - Arjunas Buße genannt.
Steinmetzarbeiten aus alter Zeit |
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| Die Katze tut Buße vor den Mäusen :-) |
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| Ganesh-Ratha |
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Krishna's Butterball - ein riesiger Stein.
Leider haben wir keine näheren Erklärungen dazu. |
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Trimurti-Höhlentempel.
Er enthält das hinduistsiche Dreiergespann Brahma, Vishnu und Shiva. |
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| .... und ein Phallussymbol, ein glückverheißendes Symbol Shivas |
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| Butterball von hinten |
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| Tempelziegen ;-) |
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| Nochmal Ganesh-Ratha |
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| Und so sieht es aus, wenn Inder den Butterball besichtigen :-) |
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| Warten auf das Ende des Regens im Café |
Ach Mensch, wie schade, dass die Stimmung bei euch derzeit nicht so super ist und das Wetter sehr bescheiden... :-( Regen ist natürlich gar nicht toll und wenn dann die Unterkunft auch ätzend ist und lauter Mücken euch auffressen wollen - nicht schön. Freut euch also auf den Flug morgen, dann geht es endlich weiter! :-)
AntwortenLöschenDer Zug sieht übrigens nicht sehr einladend aus, die begeisterten Blicke sind also, äh, nachvollziehbar.
Nun wünsche ich euch einen guten Flug und eine tolle Zeit beim Schnorcheln!