Nachdem wir nun ja eine Woche unfreiwillig in Amritsar geblieben sind, war unser Zeitplan etwas durcheinander geraten. Trotzdem wollten wir es uns nicht nehmen lassen, manche Orte in Rajasthan anzusehen. Mit Pushkar hatten wir den Anfang gemacht, aber wie sollte es weitergehen?
Nach einigem Hin- und Herüberlegen haben wir uns entschlossen, Rajasthan im Turbogang zu besichtigen: 3 Tage und 2 Nächte Pushkar, dann mit dem Nachtbus am Mittwoch, den 9.11. nach Jaisalmer fahren. Dort den Tag zur Besichtigung des Forts nutzen und eine Nacht in Jaisalmer schlafen, um dann am nächsten Morgen mit dem Bus 6 Stunden nach Jodhpur zu fahren. In Jodhpur einmal übernachten und uns einen Tag Zeit nehmen, um auch das dortige Fort zu besichtigen.
Von Jodhpur aus wollten wir dann gern Richtung Goa oder noch weiter in den Süden nach Kerala reisen. Der Haken an der Sache war nur, dass zur Zeit alle Züge gen Süden bis Mitte Dezember hin ausgebucht sind. Und die ganze Strecke wieder mit dem Bus zu fahren, würde unseren Zeitrahmen auch ganz schön belasten. Daher haben wir uns entschlossen, zum ersten Mal einen Flug zu buchen. Zur Erinnerung: Unser einziger Flug bisher war der von Dresden nach Irkutsk. Seit 4 Monaten fast sind wir nun über Land getingelt, mit Bus und Bahn von Sibirien bis Rajasthan. Irgendwie traurig, nun mit dieser Über-Land-Reise-Tradition zu brechen, aber es kommt komischerweise auch ein Gefühl von „In-den-Urlaub-fliegen“ auf. Die günstigeren Flüge gingen allerdings nicht ab Jodhpur, sondern ab Ahmedabad. Ahmedabad klingt zwar, als würde es im tiefsten Pakistan oder weiß der Geier wo liegen, es ist allerdings ebenfalls in Indien, im Bundesstaat Gujarat, wie uns ein Blick auf die Landkarte verriet. Also buchten wir einen Nachtbus von Jodhpur nach Ahmedabad für Samstag abend, 12.11., dazu ein Flugticket für Montag, den 14.11., von Ahmedabad nach Kochi im Bundesstaat Kerala, ganz im Süden Indiens.
Obwohl dieser Turbogang-Rajasthan-Besuch wenig erholsam zu sein versprach, klappte alles ganz prima. Und bis auf die extrem anstrengenden Schlafbusfahrten fühlten wir uns die letzten Tage eigentlich ganz entspannt. Die Nachtfahrten in den Kanickelbuchten gestalteten sich aus mehreren Gründen besonders anstrengend:
1. Die Straßenverhältnisse sind nicht immer die Besten, soll heißen es holpert gehörig.
2. Es beschleicht einen immer mal wieder das Gefühl, der Fahrer habe seinen Führerschein im Lotto gewonnen.
3. In den oberen Kabinen, die wir die letzten beiden Male leider hatten, schwankt es wie in einem Boot bei wildem Seegang.
4. Inder sind irgendwie nicht in der Lage, sich bei gedämpfter Lautstärke zu unterhalten – egal bei welcher Tages- oder Nachtzeit.
5. Durch das Geschaukel im Bus hat man ständig das Gefühl, man müsse dringendst seine Blase entleeren – was komischerweise auch alle 2 Stunden so ist.
6. Indische Verkehrsteilnehmer fahren nach Gehör. Das hat zur Folge, das seeeehr häufig gehupt wird. Besonders schön mit den ohrenbetäubenden Mehrklang-Fanfaren-Hupen, die die Busse hier haben.
7. Wenn mal kein Inder am Reden ist, dann läuft irgendwo schön laute indische Mukke auf irgendeinem Handy.
8. Gefühlt alle 5 Minuten hält der Bus irgendwo an, um Fracht ein und aus zu laden. Noch dazu werden ständig irgendwelche Leute von der Straße mitgenommen, die sich dann in ihre Wolldecke wickeln und mitten im Gang rumliegen.
9. Wenn man sich völlig schlaftrunken in der Kanickelbuchte hinsetzt, rammelt man sich bestimmt zwei Mal den Kopp an der Decke an.
10. Es zieht wie Hechtsuppe im Bus, da die Schiebefenster nicht ordentlich schließen und immer wieder ein Stückchen aufrutschen.
Da stellt sich nun wahrscheinlich jedem die Frage, warum wir denn dann mit dem Nachtbus fahren! Nun ja – man hat nicht wirklich eine andere Wahl. Züge sind grad alle ausgebucht und der Bus über Nacht erspart einem die lästige Tagfahrt und die Kosten für eine Nacht Hotel. Und außerdem sind wir ja nicht zum Spaß hier. ;-)
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| K-k-k-kaum wackelig :-) |
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| Sehnliches Warten auf das Ende der Fahrt :-) |
Das Tolle an unserem Besuch in Jaisalmer war übrigens, dass wir unsere Freundin Sarah wiedergetroffen haben. Die Sarah, mit der wir seit China unterwegs waren und von der wir uns in Nepal schweren Herzens verabschiedet hatten.
Sowohl in Jaisalmer auch als in Jodhpur haben wir das jeweilige Fort besichtigt, was eine wirklich tolle Sache war. In Jaisalmer ist das Fort viel größer als in Jodhpur und sogar noch bewohnt. Ein Großteil der Bevölkerung Jaisalmers lebt im Fort. Im Eintrittspreis war jeweils ein Audioguide dabei. Man bekam einen kleinen Apparat mit Kopfhörern und musste dann beim Rundgang die Nummern drücken, die im Fort verteilt hängen. An den Stationen bekommt man immer erklärt, was dort zu sehen ist, untermalt mit netten Geschichten und Geräuschen, wie bei einem Hörspiel.
Jaisalmer und Jodhpur haben uns sehr gut gefallen. Angenehme Leute, schöne und preiswerte Unterkünfte und nicht zuuuu viele Touristen. Ahmedabad hingegen ist nicht wirklich einen Besuch wert, höchstens um dort ein sehr leckeres Eis oder tolle Kekse zu essen! :-)
Doch nun genug erzählt, hier kommen die Bilder!
Zuerst die Bilder von Jaisalmer:
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| Mauer des Forts mit Bastionen (es gibt 99 davon!) |
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| Dach eines jainistischen Tempels |
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| Grad angekommen und auf Hotelsuche :-) |
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| Eingang in das Fort |
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| Unser Hotel "Fort View" |
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| Da muss man schwindelfrei sein :-) |
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| Maharadscha-Palast im Fort |
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| Die Festung Jaisalmer wurde 1156 gegründet :-) |
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| Kunstvolle Verzierungen des Sandsteins überall |
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| Krönungsthron im Palast |
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| Mit Audioguide unterwegs :-) |
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| In der Ahnengalerie des Palastes :-) |
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| Sie wollten einfach nicht in die Kamera lächeln :-) |
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| Er hatte auch grad zu tun ;-) |
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| Da oben sitzen sie, die kleinen Vampire :-) |
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| Auf diesem Holzpferdchen lernten die Königskinder reiten :-) |
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Dieses tolle Schmuckstück kann man sich beim Juwelier neben dem Palast
anfertigen lassen. Ebenfalls sind alle anderen Motive möglich,
auch Ringe, Ohrringe, etc. Wunderschöne Arbeiten! :-) |
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| Der schöne Ganesha mal aus Blättern :-) |
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| Typisch indische Straßenszene :-) |
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| Gasse im Fort - schon sehr touristisch! |
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Das war so süß! Menschenkind wollte Hundekind anfassen,
aber Hundekind ist immer geflüchtet :-) |
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| Bastion an Bastion :-) |
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| Klasse verziert diese Häuser! |
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| Blick von der Hotelterrasse ;-) |
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| Kamelkutsche :-) |
Das Fort in Jodhpur ist wie gesagt viel kleiner, aber nicht weniger schön! Die Stadt Jodhpur ist hingegen mit ihren 846.000 Einwohner viel größer als Jaisalmer, das nur 58.300 Einwohner zählt.
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| Uhrenturm am Marktplatz |
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Warten auf das Omelette beim berühmten Omelette-Mann :-)
Es ist der ältere Mann im grauen Anzug. Er brutzelt an diesem winzigen Stand
jeden Tag "from ten to ten" leckere Omelettes :-) Und jeder der dort isst,
muss sich im Gästebuch verewigen und einen Zeitungsartikel über ihn lesen :-) |
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Seht ihr das Ei über meinem Kopf??? :-)
Der Typ ist echt ein Unikat :-) |
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| Blick zum Fort |
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Neue Frisur oder neue Zähne gefällig? :-)
Kein Problem auf dem Marktplatz :-) |
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Aua :-)
PS: Als wir in dem Café saßen, hat der Kellner in das mitten im Restaurant
angebrachte Waschbecken gekotzt. Zum Glück hatten wir schon
aufgegessen ;-) Man härtet echt ab auf so einer Indienreise! :-) |
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| Jan bringt wahren Einsatz, um schöne Fotos schießen zu können :-) |
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Wandbild in unserem Hotel auf der Dachterrasse
- es stellt den Besitzer des Hotels dar ;-) |
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| Dachterrasse |
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| Blick von Dachterrasse zum Fort |
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Das Fort in voller Pracht!
Übrigens heißt das Fort mit richtigem Namen "Festung Mehrangarh" und wurde 1459 gegründet. |
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| Mr. Prakash hängt auch im Treppenaufgang ;-) |
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.... ach ja - in der Rezeption findet man ihn auch nochmal ;-)
Selbstdarstellung in Perfektion! :-)) |
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| Unser gemütliches Zimmer bei Mr Prakash ;-) |
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| Die Dekoration war reizend ;-) |
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| Seit es die Festung gibt, konnte sie niemals durch Angreifer eingenommen werden. |
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| Kanonenkugeln prallten ab :-) |
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| Die indische Familie bat mich um ein Gruppenfoto :-)) |
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| Jodhpur - die blaue Stadt |
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| Musikant mit Frau und Kind |
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Die Handabdrücke der Witwen des Maharadschas Man Singh,
die sich 1843 mit ihm auf seinem Scheiterhaufen verbrannten. |
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| Auch hier wieder prachtvollste Handwerkskunst! :-) |
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Dieser Mann erklärt einem, wie die Opiumpfeife funktioniert
und welche Tradition Opium in Rajasthan hat.
Theoretisch - wenn er nicht grad eingenickt ist ;-) |
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Nach einem lauten Räuspern einer Touristin war er wieder fit ;-)
Ich wars übrigens nicht! :-) |
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| Königlicher Elefantensitz, ein "Howdah" |
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Sänfte für Königinnen und Prinzessinnen :-)
Bestimmt kaum heiß da drin :-) |
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Marmorsitz für Krönungszeremonien,
zuletzt benutzt Anfang der 1980er Jahre |
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| Kriegsbeute - eine verglaste Sänfte :-) |
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| Ob der überhaupt was gesehen hat? ;-) |
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| Mehr Prunk und Glitzer geht nicht! :-) |
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| Blumenpalast |
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Blick auf die Tharwüste und das Jaswant Thada,
eine Gedenkstätte für den Maharadscha Jaswant Singh II. (wer auch immer das war) |
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| Weihnachtskugeln an der Decke :-) |
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| Etwas geschlaucht ;-) |
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| Königliche Wiege :-) |
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Versammlungsraum
In den Hohlräumen hinter den kleinen Fenstern über den Türen
versteckten sich die Frauen des Königs, um zu lauschen :-) |
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| Elvis lebt! :-) |
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Früher markierten die blauen Häuser die Häuser der Brahmanen (Geistlichen),
heutzutage kann sich jeder einen blauen Anstrich leisten. Die indigoblaue Farbe
kühlt und schützt vor Moskitos. |
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| Genau hinschauen! ;-) |
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| So ein feines Hundemädchen :-) |
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| Aaaaaaaaaaaah, entspannen vor dem Mittagessen. Kultur macht müde :-) |
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| Gepimptes Tuktuk :-) |
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| Alles aus Bambus! |
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| Eingangstor zum Markt |
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| Warten auf Kundschaft |
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| Unser zweiter Besuch beim Omelette-Mann :-) |
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| Seit über 30 Jahren macht er das schon!! |
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Noch ein Highlight Jodhpurs: Makhania-Lassi!
Das ist cremiges Lassi mit Safrangeschmack, der Hammer! :-) |
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| Am Rand noch ein Klecks Quark! So lecker!!! :-) |
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| Lassi-Laden :-) |
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Leider gab es in Jodhpur auch sehr aggresive Mücken,
deren Stiche sich dolle entzündet haben :-( |
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| Sogar im Gesicht beißen einen die Biester :-( |
In Ahmedabad haben wir nicht viele Bilder gemacht, ihr habts also fast geschafft ;-)
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Unser Stammlokal für den einen Tag :-)
Innen drin waren mehrere Gräber, das war gruuuselig! |
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| Ankiiiii, ein Bild für dich! ;-) |
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Piekfeines Lokal mit lecker Eis :-)
Pistazie-Mandel-Safran war besonders lecker! Safran-Anis war auch gut! :-) |
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| Hübsche Deko :-) |
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| Schade drum! So ein cooles Mopped mit Beiwagen! :-) |
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| Antennen-August :-) |
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| .... hier mit Freund :-) |
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| Unser völlig überteuertes Zimmer in der "Geschäftsstadt" |
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| Unspektakulärer Blick vom Hotelzimmer |
Was meinen die eigentlich mit "Pain Cake" ?? Unter "Pancakes" hätte ich mir jetzt noch Pfannkuchen/Eierkuchen oder Omelette vorstellen können!?! Sollten die Dinger aber ihrem eigentlichen Namen alle Ehre gemacht haben, so ist mir jetzt auch klar warum der Kellner ins Waschbecken gekotzt hat. :-)
AntwortenLöschenHihi, du hast das schon genau richtig gedeutet - es waren Pfannkuchen, also Pancakes gemeint :-) Jan hat einen mit Ananas gegessen aber hatte danach zum Glück keine Schmerzen :-)
AntwortenLöschenAlso diese Busreisen klingen wirklich nicht gerade einladend, aber wenn man keinen Zug buchen kann und es preismäßig das Beste ist, bleibt wohl nichts anderes. Ich hoffe, ihr habt auch den Flug gut überstanden...
AntwortenLöschenDie Paincakes sind ja super, gut dass ihr danach keine Schmerzen hattet! :-P
Gute Besserung an die Mückenstiche, was für Biester, uhhh. Juckt ja schon beim hingucken! ;-)
Hallo Anna!
AntwortenLöschenJa, den Flug haben wir auch gut überstanden. Im Süden hier gibts aber leider auch wieder Mücken, die ollen Mistviecher!!!
Und es ist heiß und schwül wie verrückt. Seid froh über das schöne kühle Novemberwetter zuhause ;-)
LG
Naja, ob kühles Novemberwetter schön ist, darüber kann man auch geteilter Meinung sein;-) Jedenfalls haben wir seit Wochen so ziemlich jeden Tag herrliche Sonne!Schon etwas ungewöhnlich für diesen Monat.
AntwortenLöschenJan hat wieder einen recht verträumten Blick mit den Makhania-Lassi in der Hand. Er freut sich schon sichtlich auf diese Köstlichkeit.
Die Busfahrten erscheinen mir wirklich nicht sehr gemütlich, ist bestimmt nichts für (m)einen empfindlichen Magen.
Laßt Euch nicht zu sehr von den Mücken piesacken, Malaria ist leider nur EINE mögliche Krankheit, die von den Biestern übertragen wird. Tschüßi
Vielen Dank für das Einrichten der E-Mail-Benachrichtigungsfunktion bei neuen Kommentaren. So konnte ich den neuen Kommentar von Ines gleich lesen, dem ich ich mich im Übrigen nur voll und ganz anschließen kann!!!
AntwortenLöschen@ Erika:
AntwortenLöschenAber gern doch! :-) So kannst du auch sehen, wer uns immer so liebe Sachen schreibt! :-)
@ Ines:
Genießt die Sonne noch, der Winter kommt bestimmt bald! Ach ja, das Lassi! Es war wirklich soooo lecker! Wie Vanillesoße, nur besser! :-) Für empfindliche Mägen ist Indien generell schwierig, ich merke es auch oft... Aber das muss man alles mal erlebt haben ;-)
Wir haben uns jetzt ein Mückespray gekauft, das sehr effektiv ist :-) Gut so! Olle Biester!
LG aus dem heißen Varkala :-)