Freitag, 28. Oktober 2011

Indien - Agra


Nach aufregenden Tagen in Varanasi sind wir am Dienstag nachmittag, 25.10., mit dem Nachtzug nach Agra gefahren. Diesmal nicht in der Klasse 3 AC wie nach Varanasi, sondern in der Sleeperclass ohne Klimaanlage und ohne Vorhang vor den Betten. Ansonsten entsprechen sich die beiden Klassen eigentlich, auch wenn man in der Sleeperclass kein Bettzeug bekommt. Da man das aber sowieso nicht nehmen möchte – kein Problem. Und man spart einiges an Geld. ;-)


In Agra angekommen, mussten wir uns erstmal wieder eine Unterkunft suchen. Zum Glück gibt es jede Menge günstige Unterkünfte in der Nähe des Taj Mahal und nach einigem Suchen fanden wir ein nettes Zimmer. Den Tag nutzten wir mit dem Besuch zweier Sehenswürdigkeiten – dem Chini-ka-Rauza und dem Baby Taj. 

Das Chini-ka-Rauza ist ein Grabmal im persischen Stil, das für den Dichter Afzal Khan von 1628 bis 1639 errichtet wurde. Afzal Khan diente am Hofe des Kaisers Shah Jahan (merkt euch den Namen, er wird noch wichtig :-)) als Großwesir. Dieses Mausoleum ist relativ wenig besucht, aber trotzdem schön anzusehen. Man kann an der Außenfassade noch ein paar blaue Fliesen entdecken, einst war das ganze Gebäude damit bedeckt.




Die gibts hier haufenweise :-)


... schwindelfrei sind sie auch :-)


Am  Fluss werden Kuhfladen getrocknet zum Heizen


Kuppel von innen


Der Baby Taj heißt eigentlich Itimad-du-Daulah und ähnelt sehr dem Taj Mahal. Er jedoch wesentlich kleiner und graziler gearbeitet. Es handelt sich bei diesem Gebäude um das Grabmal für Mizra Ghiyas Beg, einen persischen Adligen. Er war der Großvater von Mumtaz Mahal (auch diesen Namen merken :-)). Der Baby Taj war das erste Grabmal, das am Ufer des Flusses Yamuna errichtet wurde und das erste Mogul-Bauwerk, das gänzlich aus Marmor erbaut wurde.







Angewandte Mathematik -
überall schöne Muster und Parkettierungen :-)




Herrlich - überall Muster :-)













Am kommenden Tag machten wir uns schon morgens um 6 auf den Weg zu Taj Mahal, das ja zum Glück in unmittelbarer Nähe lag. Der Taj Mahal gilt als schönstes Bauwerk der Welt und jährlich strömen fast doppelt so viele Touristen hierher, wie es Einwohner in Agra gibt. Die schönsten Beschreibungen des Taj Mahal fanden wohl der indische Dichter Rabindranath Tagore mit „eine Träne auf der Wange der Ewigkeit“, der britische Schriftsteller Rudyard Kipling mit „die Verkörperung alles Reinen“ und der Erbauer des Taj Mahals selbst, der Kaiser Shah Jahan mit „Ich sehe die Sonne und den Mond bei seinem Anblick weinen“. 

Die aufmerksamen Leser werden gemerkt haben, dass ich vorhin sagte, ihr sollt euch zwei Namen merken – Kaiser Shah Jahan und Mumtaz Mahal. :-) Der Mogulherrscher Shah Jahan erbaute nämlich das Taj Mahal als Grabmal für seine zweite Frau Mumtaz Mahal. Sie verstarb 1631 bei der Geburt ihres 14. Kindes und ihr Tod brach dem Kaiser das Herz. Ihr zu Ehren ließ er noch im selben Jahr das Taj Mahal bauen. Die Fertigstellung des gesamten Komplexes dauerte sage und schreibe 22 Jahre. 5 Jahre danach wurde der Kaiser von seinem Sohn Aurangzeb abgesetzt und im Fort Agra inhaftiert. Von dort konnte er das Taj Mahal nur noch durch ein Fenster beobachten, bis er im Jahre 1666 verstarb. Er wurde ebenfalls im Taj Mahal, an der Seite seiner Frau Mumtaz, beigesetzt. Allerdings stört sein Ehrenmal die perfekte Symmetrie des Raumes, da es dort ja eigentlich nicht vorgesehen war.

Ungefähr 20.000 Menschen aus Indien und Zentralasien waren nötig, um den Taj Mahal zu erbauen. Spezialisten aus dem fernen Europa waren ebenfalls beteilgt, um das wundervolle symmetrische Gebäude, bestehend aus Marmor und Edelsteinen zu erschaffen. Der Komplex des Taj Mahal besteht aus einem Hauptgebäude, gekrönt mit einer riesigen Kuppel, auch „Zwiebelkuppel“ genannt. Darunter liegen die Ehrenmale von Mumtaz Mahal und Shah Jahan. Um die große Kuppel herum befinden sich vier weitere kleinere Kuppeln. Der Taj Mahal steht auf einer erhöhten Marmorplattform, an jeder Ecke stehen 40 m hohe, schlanke Minarette zur Dekoration. Im Westen befindet sich eine Moschee aus rotem Sandstein, ein wichtiger Versammlungsort der Muslime von Agra. Allein der Symmetrie wegen wurde im Osten ein identisches Gebäude gebaut. Die Gärten des Taj Mahal wurden nach dem Vorbild persischer Gärten gebaut: ein Quadrat, das durch Wasserläufe in vier Teile geteilt wird. In der Mitte steht ein reich verzierter Marmorsockel. Der Taj Mahal spiegelt sich wunderschön in den Wasserflächen.

Da die Entscheidung bei den Taj Mahal Bildern so schwer ist, kommt hier eine wahre Flut :-) Außerdem haben wir nur so einen winzigen Bildschirm an unserem Laptop, dass wir die Bilder nicht so gut erkennen können. Es sei uns also verziehen, wenn mal ein unscharfes Bild dazwischenflutscht ;-)


Taj Mahal morgens um 6.30 Uhr



Frisch sehen wir noch nicht aus, aber wir waren hier ;-)

Auch früh morgens ist man nicht alleine hier ;-)









Überzieher waren Pflicht :-)



Moschee



Bodenbelag


Nochmal Moschee









Nachmittags stand die Besichtigung des Forts Agra auf dem Programm. Es handelt sich um eine der großartigsten Mogul-Festungen Indiens, bestehend aus rotem Sandstein. Der Herrscher Akbar begann 1565 mit dem Bau, sein Enkel Shah Jahan (schon wieder dieser Name) erweiterte es später mit weißem Marmor. Ursprünglich als militärische Festung gebaut, ließ Shah Jahan das Fort als Palast ausbauen. Unter dem Fort liegt ein zweistöckiges riesiges Labyrinth aus Zimmern und Gängen, welche jedoch leider nicht zugänglich sind. Dort lebte der Harem von Kaiser Akbar, bestehend aus 500 Damen. Das Fort selbst besteht aus mehreren Gebäuden, die verschiedenen Zwecken dienten: Saal der öffentlichen und Saal der privaten Audienzen, Spiegelsaal, drei Moscheen, einem Bazar eigens für die Frauen des Forts, der Palast Khas Mahal und der riesige Jahangir-Palast (Jahangir war der Sohn von Akbar). Der achteckige Turm Musamman Burj und der benachbarte Khas Mahal- Palast waren das Gefängnis des Kaisers Shah Jahan, der hier von seinem Sohn gefangen gehalten wurde.




Jahangir- Palast




Auch im Fort wimmelt es von Menschen





In der Ferne sieht man durch den Dunst den Taj Mahal -
Shah Jahan musste in seinen letzten Jahren so sein Werk betrachten


Prachtvolle Kunst






Edelsteinmoschee
(Edelsteine haben wir jedoch keine gesehen :-))

Edelsteinmoschee


Auch die Affen besichtigen gern mal das Fort :-)

Saal der öffentlichen Audienzen

Saal der öffentlichen Audienzen



Saal der öffentlichen Audienzen






Das Burgfäulein :-)))
 


Kniepeaugen gegen die Sonne - wie so oft ;-)

Im Hintergrund der Taj Mahal :-)




Amar-Singh-Tor
Eingang ins Fort



Am Freitag, den 28.10. nahmen wir dann den Bus Richtung Delhi. Zum Abschied aus Agra nun noch eine bunte Mischung an Bildern :-)





Lunch über den Dächern Agras ;-)


Gewühle in den Straßen


Hier wurden Plastetüten an die Brücke gebunden -
was immer es bedeuten mag

Blumenkettenverkäufer



Ihr seid tolle fleißige Leser :-)

Tuk-Tuk gefällig? :-)

... oder Kutsche? ;-)

Das schönste Pferd, das wir auf unserer Reise bisher trafen :-)



Nein, wir haben keine Gelbsucht. Das Dach des Tuk Tuks war gelb und spiegelt :-)

Süßigkeiten ohne Ende :-) Ankiiiiiiiiiiiiiiiiii :-)


Stau, weil der Bus nicht durch die Brücke gepasst hat  :-)

Gassi gehen mal anders :-)

Gedränge auf dem Bazar

Elektromeister die Zweite :-)


Leider unscharf aber schöner Schnappschuss :-)



Einer der seltenen Müllcontainer :-)



Unsere treuen Weggefährten :-)


Es hat grad Pause :-)

Die ganze Familie muss mit - ob sie will oder nicht :-)



Die schönen Sichelohren! :-)


Baumwolle


Kleiner Haarschnitt oder Rasur gefällig? :-)


Leider auch unscharf, aber dennoch so ein schöner Moment
 

Bei der Tuk Tuk Fahrt :-)

2 Kommentare:

  1. was soll man sagen, immer wieder beeindruckende Bilder !!! Aber, Jan, musstest du nicht auch gleich im Taj Mahal an den Film vom "Kleinen Muck" denken, wie er mit seinen Zauberschuhen um die Wasserfläche geflitzt ist? Wir schon!!!

    LG aus den herbstlichen Harti

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  2. In dem Moment hab ich eigentlich leider gar nicht an den kleinen Muck gedacht :-) Die ganze Anlage war einfach so beeindruckend! Außerdem bin ich ja in Babelsberg schon mal über das nachgebaute Set des Films gelaufen! :-)
    LG Jan

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