Dienstag, 11. Oktober 2011

Nepal - Janakpur

Am Montag, 10.10.11 sind wir morgens um kurz vor 5 mit dem Taxi zum Busbahnhof gefahren, da unser Bus nach Janakpur um 5.20 Uhr startete. Nach 10 Stunden Busfahrt (zum Glück gab es auch kleine Pausen zum Ausruhen und Mittag essen) kamen wir in unserem Zielort an. Laut Reiseführer eine faszinierende Stadt und Pilgerziel für viele Hindus. Nun ja, faszinierend ist sie - irgendwie.


Unser Reisebus


Allerdings hat Janakpur überhaupt nichts mit den Touristenhochburgen Kathmandu und Pokhara gemeinsam. Höchstens, dass sie im selben Land liegen. In Janakpur gibt es überhaupt keine weißen Touristen, nur Nepalis und Inder. Ok - 2 Chinesen haben wir auch gesehen. ;-) Die Analphabetenquote in Janakpur beträgt 34 %, wobei ca. jeder 4. Mann (24 %) und ca. jede 2. Frau (45 %) nicht lesen und schreiben kann. Von den Kindern im Schulalter (26.745) besuchen ca. 69 % der Jungen (9.474) und 59 % der Mädchen (7.615) die Schule.

Die Stadt ist voll von Fahrrädern, Fußgängern, Kühen und Rikschas, dazu vereinzelt ein paar wenige Autos. Überall liegt haufenweise Dreck und es ist erbärmlich heiß und drückend. Janakpur ist eine der heißesten Städte Nepals. Das Klima ist gekennzeichnet von einer hohen Luftfeuchtigkeit, subtropischen Sommern mit Temperaturen von bis über 40 °C und milden Wintern mit Temperaturen von nur selten unter 10 °C.

Die Stadtverwaltung Janakpur unterhält ca. 120 km Straße. Im Jahre 2000 gab es lediglich 0.5 km Kanalisation, die zwar kontinuierlich ausgebaut wird, jedoch häufig als offene Kanalisation am Straßenrand.
Laut einer Untersuchung im Jahre 2003 produziert jeder Einwohner Janakpurs ca. 0,15 kg Müll pro Tag, wodurch ca. 15,3 Tonnen Müll pro Tag in der gesamten Stadt anfallen. Vom Personal der Straßenreinigung werden ca. 3 Tonnen Müll pro Tag eingesammelt, Müllbehälter gibt es nicht, es wird nicht zwischen verschiedenen Abfallarten getrennt, auch medizinischer Abfall wird nicht separiert. Für die Entsorgung des gesammelten Mülls stehen weder Deponien, noch Kompostier- oder Recyclinganlagen zur Verfügung, stattdessen wird der Müll außerhalb der Stadt entlang des Highway abgeladen.
In Janakpur gibt es über 120 Tempel, weshalb sie auch Stadt der Tempel genannt wird. Zwei sind in ihrer Bedeutung herausragend: der Janaki Tempel, sowie der Rama Tempel. Janaki ist ein Name von Sita, der Tochter des König Janaka und Gattin von Rama.


Hier ist es auch bedeutend schwieriger, ein Hotelzimmer zu bekommen, als in Kathmandu oder Pokhara. Wir wähnten uns glücklich, ein sehr einfaches Zimmer für umgerechnet 3 Euro die Nacht bekommen zu haben - doch in der Nacht quälten uns hunderte Moskitos. Es war wirklich nicht auszuhalten, wir sind komplett von Kopf bis Fuß zerstochen, obwohl wir uns sogar mit Mückenzeug eingeschmiert hatten. :-( Nach einer schlaflosen Nacht haben wir uns heute auf die Suche nach einer anderen Unterkunft gemacht. Nun müssen wir zwar knapp 8 Euro zahlen, aber bisher hatten wir noch keine Mücke im Zimmer.

Heute haben wir zu Fuß die Stadt ein wenig erkundet und uns für morgen früh Busfahrkarten nach Kakarbhitta gekauft - der östlichsten Grenzstadt Nepals nach Indien. Wenn alles gut läuft, nehmen wir den Bus um 5 Uhr morgens und werden gegen 12 an der Grenze sein. Von dort wollen wir mit dem Bus oder Jeep nach Darjeeling fahren. Wir werden euch berichten :-)

Nun noch Bilder aus Janakpur :-)

Straße in Janakpur


Freunde laufen hier manchmal Hand in Hand, Pärchen nie

Janaki Mandir -Tempel

Süßigkeitenstände auf dem Tempelgelände

Hanuman-Gate


Ochsenkarren und Rikschas


Unser zweites Hotel - sieht von außen besser aus als von innen :-)

Marktstände im Tempelgelände

Die gelben Kugeln sind saulecker :-)

Zwischendurch mal nen Apfel :-)

Janaki Mandir




Der einzige Briefkasten Janakpurs -
nach ewiger Suche haben wir ihn mit Hilfe dreier junger Männer gefunden


Eingang zu einem der vielen Tempel






Nur noch die Verpackung ist übrig von den lecker gelben Grießbällchen :-)

4 Kommentare:

  1. Na, hoffentlich wird der "Räucherofen" auch mal geleert, damit wenigstens mal eine Karte ankommt. Bis jetzt haben wir nur eine aus der Mongolei. Seid ihr nicht schon "reizüberflutet" von den vielen exotischen Eindrücken? Also, mir würde schon ganz schwindelig werden!
    Wir wünschen euch viel Spaß weiterhin.
    LG von uns allen

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  2. Ergänzung: habe doch unseren Namen vergessen!
    LG von den drei "Banditen" und den zwei Wächtern
    Erika und Günther

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  3. Hallo Ihr Beiden,

    zu dem "Briefkasten" hätte ich auch nicht so das Vertrauen. Wer weiß wann ein Post-Angestellter den findet. Aber wenigstens habt Ihr ja ein Beweisfoto "Jan-beim-Kartenschreiben" gemacht. Hoffentlich war seine Mühe nicht ganz umsonst.
    Wir freuen uns jetzt erstmal auf die Ferien. Morgen ist der letzte Schultag und am Sonntag gehts zum Wandern in die Kitzbüheler Alpen.
    Viele Grüße senden Euch Ines, Henry und Anton

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  4. Hallo ihr Lieben!

    Reizüberflutet sind wir noch nicht, es ist schön, so viele neue sachen zu sehen :-)

    Hoffentlich kommen die Karten alle noch an! Wir haben dem Postbeamten die Karten sogar persönlich in die Hand drücken können, also hoffen wir das Beste.

    Ines, Henry und Anton, euch wünschen wir einen wunderschönen Urlaub!! Erholt euch gut! :-)

    LG Jan und Sabrina

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