Freitag, 19. August 2011

Zugfahrt nach China

Am Donnerstag, 18.08.2011 wurden wir um 6 Uhr morgens von der Hostelchefin zum Bahnhof gefahren. Mit deutscher Pünktlichkeit startete der Zug dann auch punktgenau um 7.14 Uhr, statt 7.15 Uhr zu der 31-stündigen Fahrt nach Beijing :-)




Bahnhof Ulan Bator


 
Bahnhof Ulan Bator




Müüüüüde :-)





Im ganzen Zug schienen fast nur Touristen aus den unterschiedlichsten Ländern unterwegs zu sein, der Anteil an Chinesen und Mongolen war verschwindend gering. Unser Abteil bestand aus 4 Betten (2 x 2 Hochbetten), die wir uns mit einem russisch-rumänischen Pärchen geteilt haben, was sich als sehr nett herausstellte. Der Zug an sich war sehr sauber und angenehm und zuckelte gemütlich mit einem schönen Tschutschutschuuu durch die Gegend. Erst ging es Richtung Gobi und quer hindurch, gegen 20.30 Uhr erreichten wir die mongolisch-chinesische Grenze.



Es wurden sogar Freundschaften geknüpft ;-)







An der Grenze wurde unser Zug in eine große Halle gefahren, um die Fahrgestelle auszuwechseln, da China und die Mongolei nicht die selbe Spurbreite der Schienen haben. Die Wagen wurden also abgekoppelt und mit riesigen Wagenhebern (samt uns Fahrgästen drin) hochgewuchtet. Dann wurden die alten Fahrgestelle ab- und neue angeschraubt. Faszinierend :-) Ist ja auch kaum kompliziert :-)


Verschiedene Fahrgestelle




Nachdem endlich alles fertig war, ging es dann gegen 1 Uhr weiter Richtung Beijing. Zwischendurch wurden noch zwei Mal unsere Pässe eingesammelt, die Visa kontrolliert und gestempelt, verschiedene Formulare zum Ausfüllen gereicht. Zuerst für die Ausreise aus der Mongolei, dann Einreise in China. Schlafen konnten wir richtig gut im Zug, das schöne Geruckel schipperte uns angenehm in die Träume. Zwischendurch wurde es allerdings ein wenig kalt, weil wir mit offenem Fenster gefahren sind :-)









Die große Mauer :-)







Die Landschaft in China auf dem Weg nach Beijing unterscheidet sich sehr von der der Mongolei – alles ist sehr grün, sehr hügelig und es laufen nur noch wenige Ziegenherden herum – dafür vereinzelte Esel. Hier wird ganz viel Mais und Sonnenblumen angebaut, Reis ist im Norden Chinas eher nicht zu finden. Gegen 14.15 Uhr sind wir dann bei knallender Hitze in Beijing angekommen und haben uns auf die Suche nach unserem Hostel gemacht. Das Zimmer hatten wir per Internet schon vor der Gobitour reserviert, da in den schönen Hostels die Zimmer schnell mal ausgebucht sind. Todesmutig haben wir uns in das U-Bahnsystem Beijings gestürzt, das allerdings idiotensicher aufgebaut wurde (Olympiade 2008 sei Dank) :-)
Hauptbahnhof Beijing


Erfreulicherweise kostet eine U-Bahnfahrkarte nur umgerechnet 0,20 €. Allerdings muss man vor dem Betreten einer U-Bahnstation seine Taschen und Rucksäcke durch eine Gepäckdurchleuchtung schicken, wie beim Flughafen. Es ist auch nicht besonders witzig, sich mit den riesigen Rucksäcken auf dem Rücken und den Tagesrucksäcken vor der Brust in eine rammelvolle U-Bahn zu stellen, aber da muss man durch. Man muss sich hier auch ein etwas rücksichtsloses Verhalten angewöhnen, denn das in Deutschland übliche „Erst aussteigen lassen, bevor man selbst einsteigt“ gilt hier nicht. Also einfach ab durch die Mitte :-) Zum Glück ist Jan locker einen Kopf größer als die meisten Chinesen, so dass er immer gut zu sehen ist.

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