Samstag, 6. August 2011

Mongolei - White Lake Tour

Wir sind wieder zurück :-) Mit leichtem Sonnenbrand, einigen blauen Flecken und viiiiiel fettigem Essen im Bauch :-) Mehr Informationen und ganz viele Bilder von der wunderschönen Landschaft bekommt ihr aber leider erst morgen, denn wir sind ziemlich müde und bei uns ist es schon 0.07 Uhr Sonntag früh.

Eine wichtige Sache muss aber noch sein:

Alles Liebe und Gute nachträglich zum Geburtstag für Tim, Wusel und Bettina! Wir hoffen, ihr hattet einen schönen Geburtstag! :-)

Zischi, ich denk an dich und schreibe dir morgen in Ruhe eine Antwort-email!

So, in ein paar Stunden gehts weiter mit diesem Bericht und den Bildern, nun erstmal Gute Nacht!! :-)




Nun - ausgeschlafen, satt und frisch geduscht gibt es endlich den Bericht und die Bilder unserer White Lake Tour.

Zuerst wieder was fürs Allgemeinwissen (zwinker zu Anki): der White Lake heißt auf mongolisch Tsagaan Nuur und liegt in der Zentralmongolei. In der Nähe liegt der Vulkan Khorgo und der Fluss Suman entspringt dem See. Der August ist leider der regenreichste Monat des Jahres in der Mongolei, daher hatten wir manchen Regenguss und einige Wolken dabei.

Wir waren eine Gruppe von 5 Personen (ein holländisches Pärchen, eine Australierin und wir) und unser mongolischer Fahrer Nema. Wir hatten als Transportmittel einen robusten russischen Kleintransporter und sind damit viiiiiiiele Stunden über die mongolischen Straßen bzw Nicht-Straßen geschippert. Jeden Tag haben wir ca 5 bis 7 Stunden im Wagen gesessen. Anfangs waren die Straßen noch geteert, aber dann verwandelten sie sich von Schotterpisten über Feldwege zu  Matschwegen, Wiesen und krassen Huckelpisten. Wenn man vor der Reise noch keine Rückenbeschwerden hatte, so hat man sie spätestens nach der Reise... :-) Wohl nicht ohne Grund trug Nema beim Fahren einen Nierengurt :-)

Schicke Innenausstattung des Vans :-)

Noch frisch vor der Tour :-)





Straße zum Tsagaan Nuur


Wir haben jede Nacht in einer Jurte geschlafen, bei mongolischen Familien. Wir waren zum Glück nicht in großen Touristencamps, hatten jedoch als Reisegruppe immer eine Jurte für uns 5 allein, waren also etwas getrennt von den Familien. In einer solchen Gästejurte (auch Ger genannt) standen immer 5 oder 6 Betten, ein kleiner Tisch und ein Ofen. Fließendes Wasser gab es nirgends, aber das ist gar nicht schlimm. Die Menschen dort holen sich das Wasser aus einem Fluss oder See, je nach dem was grad in der Nähe ist. Und dieses Wasser wird eben zum Essen kochen, trinken und waschen genutzt. Nach 3 Tagen Reise hat sich Sabrina mit Jans Hilfe auch die Haare im See gewaschen, was eine echte Erleichterung war, wenn man zu leicht fettendem Haar neigt :-) Der Trick dabei war, eine leere Wasserflasche mit Seewasser zu befüllen und sich somit kopfüber am Ufer stehend die Haare mit dem ziemlich kalten Wasser zu waschen. Erfrischend ;-)


:-)

Das war der liebe Hund der Familie, der uns vor dem bissigen Nachbarshund verteidigt hat :-)

Hier wohnte die Nomadenfamilie zwar auch in einer Jurte, aber ebenso im oberen Stock dieses Häuschens. Der untere Teil war auch für Touristen. Die Solarzellen und die Satellitenschüssel sind hier ein häufiger Anblick :-)





Hunde dürfen nicht in eine Jurte




Die Toiletten bestehen - wenn man Glück hat - aus einem gegrabenen Loch, über das zwei Holzplanken gelegt werden. Drumherum befinden sich meist 2 bis 3 halbhohe Blickschutzwände aus Holz oder altem Blech. Unter den Planken im Loch befindet sich eine leckere Jauchegrube, die aber geruchstechnisch zu ertragen ist, weil kein Dach über der Toilette ist und meist ein Windchen weht. Nur hinschauen sollte man nicht. Und nicht auf den Planken rumwackeln beim Hinhocken, sonst rutscht man ab und holt sich üble blaue Flecken am Bein (Sabrina kann dazu näheres berichten, ihr Bein schillert seit 3 Tagen in den schönsten Gelb-Blau-Grün-Tönen). Zum Glück sind diese Löcher so tief gebuddelt, dass man selbst bei einem Abrutschen NICHT mit dem Ekel in Berührung kommt :-) Die unschöne Variante der Toiletten sind geschlossene Holzbuden mit Tür und ohne Licht :-)




Unsere Verpflegung bestand aus 3 Mahlzeiten täglich. Frühstück ist wohl am wenigsten erwähnenswert, es gab immer Weißbrot oder Kekse mit Marmelade. Einmal gabs auch Cornflakes und einen Tag Schmelzkäse aus Österreich. (Kleine Anmerkung am Rande: es ist unglaublich, wie viele deutsche Produkte es in mongolischen Läden zu kaufen gibt. Angefangen von den Halberstädter Würstchen über Heringsfilets bis zu der guten deutschen Butter und Schokolade. Aber selbst die billigen Hausmarken aus dem Edeka werden hier richtig teuer verkauft.)  Mittagessen haben wir immer unterwegs in einem Lokal am Straßenrand eingenommen und es war immer gut bis mittelprächtig. Jedes Essen besteht entweder aus Nudeln mit Schafsfleisch und Kartoffeln oder Reis mit Kartoffeln und Schafsfleisch. Also wahrlich abwechslungsreich :-) Abends gab es dann Essen bei den Nomadenfamilien, was sich nur durch den erhöhten Grad an Fett von dem Essen in den Lokalen unterschied. Freunde von fettigem Hammelfleisch kommen in der Mongolei voll auf ihre Kosten, alle anderen eher nicht so. ;-) Am letzten Tag gab es aber eine heiße Platte, die zwar auch wieder aus Schafsfleisch bestand, aber etwas chinesisch anmutete, da sie auf einem heißen Stein mit Paprika, Reis und Knoblauch serviert wurde und wirklich gut schmeckte. Zu trinken gab es zu jedem Essen entweder schwarzen oder mongolischen Tee. Mongolischer Tee besteht aus mit Wasser verdünnter Milch, mit einem bisschen Salz und schwarzen Tee versehen. Mancherorts gab es auch vergorene Stutenmilch zu trinken, was jedoch nur Jan und unserem Fahrer gut geschmeckt hat :-)

Grandioses Bild, obwohl das Essen in dem "Lokal" nicht das Beste war...

Das war lecker!


Die Menschen auf dem Land begegneten uns zurückhaltend und nicht immer fühlten wir uns wirklich willkommen. Die nomadischen Familien, die Touristen wie uns auf so einer Tour aufnehmen, beschränkten den Kontakt zu uns nur auf das Nötigste. Da unser Mongolisch so gut wie ihr Englisch ist, war eine Kommunikation auch nur seeeehr begrenzt möglich. Lediglich die Kinder waren uns gegenüber sehr offen und suchten manchmal den Kontakt zu uns. Wir fanden es sehr schade, uns nicht mit den Einheimischen unterhalten zu können.

Die Landschaft ist wirklich unendlich weit und von einer besonderen Schönheit. Überall laufen riesige Herden von Schafen, Ziegen, Rindern und Pferden frei in der Gegend herum und nicht selten mussten wir bremsen, weil irgendwelche Herden in völliger Seelenruhe die Straße überqueren wollten. Nicht immer besonders witzig, wenn die Bremsen des Vans nicht mehr die allerbesten zu sein scheinen ;-)






Es gibt auch - ähm naja - Erdhörnchen? :-)

Adler oder sowas ähnliches :-) Aber ziemlich groß!







Tag 1:
Fahrt nach Karakorum, der ehemaligen altmongolischen Hauptstadt des von Dschingis Khan im 13. Jahrhundert gegründeten Mongolenreiches. Karakorum liegt rund 320 km westlich von Ulan Bator im Tal des Orchon.  Hier stehen noch einige Tempel zur Ansicht. Als wir dort waren, war ein Sturm im Anmarsch, was zu tollen Lichtverhältnissen geführt hat. Seht selbst:















     

Tag 2:
Zwischenstop in Tsetserleg, dann weiter nach Tsagaan Nuur, wo wir das witzigste Mädchen der Mongolei kennengelernt haben :-)





Das Innere des Vulkans


Opfergaben auf dem Vulkan (das ist kein Müll, sondern Geldscheine :-))


Unterwegs eine kleine Höhle, die Jan erkundet hat :-)

Das kleine süße Mädel mit ihrer Omi




Die Reihe mit den 4 weißen Punkten rechts im Bild war unsere Unterkunft


So süß!!!!!! :-)




Tag 3:

Freier Tag am See, den wir mit kleinen Wanderungen und einer Stunde mongolischem Horseriding verbracht haben. Nicht etwa, dass wir selbstständig mit den Pferdchen im Galopp die Mongolei unsicher gemacht hätten - es war eher ein Uns-durch-die-Gegend-tragen-lassen auf einstudiertem Weg.










Er war natürlich auch mit wandern :-)


Der größte Kerl hatte das kleinste Pony :-) Aber sie waren ein gutes Team :-)



Tag 4:
Fahrt zu dem Örtchen Battsengel, wo völlig der Hund begraben war. Wir haben dort in der Nähe bei einer Familie mit ziemlich vielen Tieren übernachtet.


Beunruhigender Gedanke, dass es unter der Erde solche großen Löcher gibt!!!


Mongolian Edelweiß :-)





Hier wird irgendein Milchprodukt getrocknet
 

Tag 5:
Besuch eines Nadam-Festes auf dem Weg zur Mini-Gobi, einer großen Sanddüne. Leider regnete es an diesem Tag ziemlich viel. Das Nadam-Fest ist der höchste Feiertag der mongolischen Minderheit. „Nadam" bedeutet auf Mongolisch „Spiele" und „Vergnügen". Das Nadam-Fest findet im siebten Monat des traditionellen Mondkalenders statt und fällt somit in den Juli oder August. Während der Nadam-Feiertage wird der verstorbenen Vorfahren an ihren Gräbern gedacht. Traditionell finden am Nadam-Fest Ringkämpfe und Pferderennen statt.
Abends sind wir noch eine Stunde geführt auf Kamelen geritten, was uns aber nicht gut gefallen hat, weil es seeehr touristisch war und uns die Kamele leid taten, die Stöcke durch die Nase gebohrt hatten um händelbar zu sein. Gruselig und nicht wiederholenswert... Aber die Tiere an sich gefielen uns gut, Kamele sind sehr weich und haben einen witzigen Gesichtsausdruck.

Wettkampfrichter beim Zieleinlauf des Pferderennes - man beachte den verschärften Typ in grau :-))





Die Teilnehmer des Rennens waren alles kleine Kinder, geschätzte 5 bis 10 Jahre alt. rechts im Bild der kleine Sieger :-)



Alle haben ihre schönsten Kleider angelegt



Zuschauer des Ringkampfes :-)


Der Meister links mit der Sonnenbrille wurde kurz darauf von der Polizei des Platzes verwiesen, weil er etwas ungehalten gegenüber den anderen Personen auftrat :-)))

4 Kamele :-)






Verloren in der Düne :-)




Fundstück - der Rest lag ein paar Meter weiter




Mongolian Hairstyle :-) Dieser kleine Hengst bekommt grad die Anfänge seiner Ausbildung





Tag 6:
Rückfahrt nach Ulan Bator


Nun werden wir hier 3 faule Tage in Ulan Bator genießen und am Mittwoch zu einer 7 tägigen Tour in die Wüste Gobi aufbrechen. Am 16.08. kommen wir dann zurück, haben den 17.08. frei und am 18.08. steigen wir in den Zug nach Beijing. Die Zugfahrkarten haben wir heute erhalten, das chinesische Visum gehen wir morgen früh bei der chinesischen Botschaft beantragen. Dank der Findigkeit unseres Guesthouse-Besitzers dürfte das kein Problem mehr sein ;-)

Heute haben wir extrem lecker in einem vegetarischen Restaurant gegessen, was eine tolle Abwechslung zu all dem fettigen Schafsfleisch war. Oberlecker!!! Sogar veganen Apfel- und Bananenkuchen haben wir genossen, eine Delikatesse :-)

8 Kommentare:

  1. Liebe Sabrina, danke für die Geburtstagsgrüße. Ja, ich hatte einen schönen Geburtstag. Ich hatte morgens Frühstücksgäste und nachmittags war ich auf dem Sommerfest vom Kindergarten. Am Montag feiere ich mit meinen Freunden im Wassererlebnishaus. Liebe Grüße, dein Tim

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  2. Hallo Timmi!
    Schön, dass du einen tollen Geburtstag hattest! Nun kann die Schule ja losgehen! :-) Ich hoffe du freust dich schon und feierst morgen noch schön mit deinen Freunden! Ich wäre so gern bei deinem Geburtstag und deiner Einschulung dabei gewesen, aber ich denke hier ganz doll an dich!
    Liebe Grüße deine Sabrina

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  3. Hallo Ihr Beiden,

    da habt Ihr ja wieder einen ganz tollen Bericht mit so vielen herrlichen Fotos fabriziert! Danke! Bei unserer Konferenzschaltung gestern Abend habe ich Euch so deutlich gehört als ob Ihr in einer Telefonzelle auf dem Frauensteiner Markt stehen würdet! Wunder der Technik.
    Gestern Abend haben wir mit den Ellis noch fein gegrillt hier bei uns, lecker Bratwurst mit Senf und Steak mit Zaziki und so,....naaaa Appetit bekommen??? Ich staune sowieso, was Jans Gips-Magen so aushält.
    Heute ist das Wetter wieder obergruselig bei uns,es schüttet wie aus Kübeln und eine geplante Fahrradtour muß ausfallen. Aber Anton, der kleine Fauli, ist da gar nicht so böse drüber;-)
    Na, dann ruht Euch erstmal schön von der Rundreise aus und verdaut das fettige Essen! Tschüß es grüßen Euch Ines, Henry und Anton

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  4. Hallo JaSa,
    auch ich verfolge immer ganz gespannt und interessiert eure Reise- und Erlebnisberichte. Echt toll, auch die Fotos. Weiterhin viel Spaß, gutes Gelingen bei allen euren Vorhaben! bleibt gesund und munter!
    Herzliche Grüße aus der Heimat
    sendet Christine Beyer

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  5. Hallo Ihr Beiden,

    verfolge von Anfang an Eure Reise und finde die Berichte und die Fotos echt aufschlussreich und sehr interessant.
    Die Bildunterschriften sind total witzig - aber HALLO - vier Kamele????!
    Tut mal den Kamelen nicht so Unrecht ( Grins )!
    Also ich finde Euch ziemlich genial und hoffe, dass Eure Reise weiter so gut gelingt und Ihr noch viele wertvolle Eindrücke sammeln könnt.
    Ich freue mich schon auf Euren nächsten Bericht.

    Viel Spaß in China und weiterhin alles alles Gute wünscht Birgit

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  6. Hallo meine liebe Sabrina,

    ich bin absolut überwältigt von Euern einzigartigen Berichten und den meisterhaften Bildern.
    Wie schön ist es doch, sehen zu können was Ihr auf Eurer Reise so erlebt.
    Lennard ist absolut begeistern, vorallem von den kreativen und spritzgen Bildbeschreibungen (oft lacht er richtig laut)!!
    Vielleicht sollte ich auch eine Seite einrichten, damit Du sehen kannst, was wir hier so treiben...
    ...da das aber nicht halb so interessant ist, wie Euer Abendteuer, belasse ich es bei ein paar kleinen Berichten.
    Also die kleine Maus ißt jetzt schon fleißig Brei und dreht sich auf den Bauch und zurück und meistens grinst sie.
    Ja und Lennard hat schon jede Menge Nachbarskinder kennengelernt, einer davon geht auch in seine Klasse-zum Glück(!), da muss ich mir nicht zu große Sorgen über den Start in der neuen Klasse machen.

    So, nun aber erstmal genug von uns. Wir sind schon gespannt auf Eure nächsten Erlebnisse. Viel Spaß Euch beiden weiterhin und bleibt hübsch gesund und munter.
    Viele Grüße auch an Jan, hab langsam-nach den vielen Bildern-das Gefühl, als kennen wir uns persönlich.

    Und Du meine Gute, sei ganz, ganz lieb gedrückt.

    Deine Ina

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  7. Ganz liebe Grüße aus Leipzig!!! Lasst uns weiter teil haben. Lesen macht Spaß-bleibt gesund und weiter so lustig!!!
    Silki

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  8. @ Ines: Oh, das klingt wirklich lecker mit dem Grillen! Heute abend gehen wir als Abschluss zum mongolischen BBQ, das wird bestimmt auch lecker :-) Wir wünschen dir viel Spaß in Frankreich!!

    @ Birgit, Christine, Silki: Schöööön, dass ihr mitlest! Ich denke auch ganz oft an euch und hoffe, dass der Start nicht so stressig wird!

    @ Ina: Juhuuu, eine Nachricht von dir! Schön, dass es deinen Mäusen so gut geht, grüß sie beide lieb! Ein Blog aus Schwerin ist eine feine Idee!! Mach mal! :-) LG von Jan zurück :-)

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