Morgens am 30.12. sind wir mal wieder mit dem Bus aufgebrochen, diesmal Richtung Thakhek. Es war wie immer ein einfacher Reisebus, voll mit Laoten und ein paar Touristen. Der Fahrer fuhr den ersten Teil der Reise extrem langsam und plötzlich fing er an, wie ein Kaputter zu rasen. Irgendwann auf der Fahrt gab es plötzlich einen lauten Knall und eh wir uns versahen, explodierte die Scheibe neben unseren Köpfen und wir waren mit Glassplittern übersät - in den Haaren, auf der Haut, in den Klamotten, auf den Sitzen - bis auf den Gang. Der Fahrer stoppte den Bus und wir stellten fest, dass er unten in den Gepäckklappen ca 2 m lange Holzplanken transportiert hatte. Diese Klappe war beim schnellen Durchfahren einer Linkskurve aufgegangen und die Bretter flogen oben (direkt dort wo wir saßen) an die Scheibe und zertrümmerten sie. Jan saß am Fenster hat sogar gesehen, wie die Klappe aufging und die Planken angeflogen kamen! Gruselig!!! Zum Glück ist uns bis auf ein paar kleine Kratzer nichts passiert!!! Den Fahrer interessierte das Wohlergehen der Fahrgäste jedoch nicht wirklich, er fragte nicht mal nach. Als wir ausgestiegen waren, fuhr er stattdessen 300 m zurück und lud die ollen Bretter wieder ein, diesmal aufs Dach. Nicht zu fassen, wirklich.... Die beiden Helferstypen des Fahrers kloppten derweil mit Stöcken die Reste der Scheibe aus der Umrahmung (viel war eh nicht mehr drin) und nun sollte die Fahrt weitergehen. Sie fühlten sich auch keineswegs dazu verpflichtet, die unzähligen Scherben von unseren Plätzen zu entfernen, sondern fuhren los. Erst als ich laut "STOP" rief und die Typen aufforderte, die Sitze sauber zu machen, setzten sie sich in Gang. Es war jedoch nicht möglich, die Scherben komplett zu entfernen, so dass wir den Rest der Fahrt auf Plastikhockern im Gang verbrachten, bzw auf einem Sitz, wo ein anderes deutsches Pärchen für uns zusammenrückte. Das ältere laotische Pärchen, das genau hinter uns saß, hatte ebenfalls viele Scherben abbekommen und nun ein offenes Fenster zu ihrer Rechten. Sie setzten sich aber anstandslos wieder auf die alten Plätze (voller Scherbenreste) und fuhren im straffen Zug des Fahrtwindes weiter mit. Bloß nicht unangenehm auffallen, sich bloß nicht beschweren oder in der Öffentlichkeit streiten. Lieber alles still erdulden... Nun ja - eben andere Länder, andere Sitten. Der Schock saß uns für den Rest des Tages noch schwer in den Knochen. Irgendwann abends im Dunklen kamen wir jedoch endlich in Thakhek an - wir hatten nämlich zwischendurch noch an diversen Melonenständen, Fleischspießchenbuden oder kaputten Bussen unterwegs angehalten, um denen bei der Reparatur zu helfen. Nicht zu vergessen die häufigen Stops, um irgendwelche Leute in Dörfern einzusammeln oder raus zu lassen. Was eine Tour!
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| Invasion der Essensverkäuferinnen bei einem der vielen Stops :-) |
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Mal eben einem kaputten Bus ausgeholfen... wir haben ja Zeit! ;-)
Hier werden auch mal eben Getriebe auf der Straße gewechselt. |
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| Dort saßen wir! :-/ Jan genau an der Scheibe, ich daneben. |
Am nächsten Tag - Silvester - starteten wir wieder eine Moppedtour. Diesmal für 3 Tage und 2 Nächte, mit einem etwas größeren Mopped, mit Annegret als Begleitung und 439 km Strecke vor uns. :-) Der bereits erwähnte John wollte die Tour ebenfalls machen, aber lieber allein fahren. Also unser Gepäck wieder am Guesthouse eingelagert, nur einen kleinen Rucksack aufgeschnallt und ab ging die Post.
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| Unser heißer Ofen - diesmal eine 125er :-) |
31.12. Tag 1:
Unsere Tagesroute führte uns von Thakhek über Gnommalat und Ban Oudomsouk nach Ban Thalang, wo wir unsere erste Nacht verbrachten. Auf der Strecke von Thakhek nach Gnommalat befanden sich verschieden Höhlen, die man besichtigen konnte. Wir haben jedoch nur die Buddha-Höhle Tham Nong Pa Fa besucht, wo etliche Buddhastatuen aufbewahrt werden. Anschließend sind wir noch zu einer schönen Badestelle am Fluss gefahren und haben uns in die -zugegebenerweise eiskalten - Fluten gestürzt. War trotzdem schön! John haben wir hier auch getroffen :-) Die Landschaft ringsherum war klasse - viele Felder und beeindruckende Karstberge.
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| Reisfelder |
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| Steil aufragende Karstberge überall |
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| Fotostop und Beine vertreten :-) |
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| Eingang zur Buddha-Höhle :-) |
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| Arbeit auf den Reisfeldern |
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| Erfrischung :-) |
Ab Gnommalat wurde die Strecke dann kurvig und steil und man konnte den riesigen Stausee zu beiden Seiten der Straße betrachten. Der See ist 450 km² groß und ganze 17 Dörfer fielen ihm zum Opfer. Der flache Stausee (nur 7 m tief) bietet eine seltsame Kulisse - mit all den abgestorbenen Bäumen wirkt er gruselig schön wie ein Moor.
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| Könnte auch am Baikalsee sein :-) |
Zwischendurch hatten wir noch ein Problem mit unserem Motorrad - es spotzte und stotterte vor sich hin. Also an einer kleinen Werkstatt am Straßenrand angehalten und die Zündkerze wechseln lassen. Zu unserem Erstaunen war der Typ dort dazu noch in der Lage, denn auf dem Tisch, wo seine Kumpels saßen, standen eine leere Flasche Lao Lao (laotischer Schnaps) und die zweite war auch schon halb leer. Letztlich hat uns die Reparatur einen Euro gekostet und wir konnten weiterfahren. :-) War die Straße bis Ban Oudomsouk bequem zu befahren, weil geteert, so änderte sich dies plötzlich schlagartig. Die Straße war nun eine holprige Dreckpiste, gespickt mit fiesen Schlaglöchern. Diese schlechte Fahrbahn zog sich noch 20 km (insgesamt sind 80 km so schlecht), bis wir unser Nachtlager Ban Thalang erreichten.
In Ban Thalang suchten wir uns ein nettes Guesthouse mit mehreren Bungalows. Dort trafen wir dann auch John wieder, allerdings ziemlich lädiert. Er war auf der Holperpiste zu schnell gefahren und hatte sich mit seinem Roller hingelegt. Etliche Schürfwunden an Händen, Beinen und den Armen waren die Quittung. Am linken Unterarm waren die Verletzungen so tief, dass er sogar 3 Stiche bei dem (zum Glück vorhandenen) örtlichen kleinen Krankenhaus bekam. Für die nächsten beiden Tage wollte er nun lieber mit uns in einer Gruppe fahren. ;-)
Nach einem leckeren Abendbrot saßen wir noch bis 23.30 oder so gemütlich am Lagerfeuer zusammen, dann sind wir auch ins Bett gehuscht. Ach so, vor dem Lagerfeuer bat mich der Besitzer des Guesthouses noch, ob ich ihm mit der Einrichtung einer neuen Emailadresse und eines Facebook-Kontos helfen könne. Somit habe ich einige Zeit mit ihm am Computer gesessen, was sehr witzig war. :-) Im großen Speiseraum fand übrigens eine Party von laotischen Jugendlichen statt, was auch lustig anzuschauen war :-)
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| Unser Bungalow und unser Mopped :-) |
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| Hier war abends das Lagerfeuer :-) Rechts im Hintergrund der Speiseraum bzw. das Restaurant |
01.01. Tag 2:
Nach einem Frühstück wagten wir uns wieder auf die Huckelpiste, welche sich nun knapp 60 km hinzog und gute drei Stunden in Anspruch nahm. Eine echte Quälerei mit den Karren :-) Doch der Ausblick war wieder herrlich - Stausee, Dschungel, Karstberge - alles dabei. Unser Mopped hatte übrigens wieder das selbe Problem wie am Vortag, so dass wir unterwegs wieder eine kleine Werkstattbude aufsuchten.
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| Nur wenige Kilometer gefahren und noch ganz frisch :-) |
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| Packesel :-) |
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| Der lädierte John, Annegret und Jan :-) |
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| Da braust John hinweg und wirbelt gehörig Staub auf... |
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... die ganzen Pflanzen am Wegesrand sind völlig zugestaubt.
Leider etwas unscharf, weil vom Mopped aus gemacht ;-) |
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| Bei jeder Ansammlung von Holzhäuschen gibt es meist auch eine kleine Tanke :-) |
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| Mittlerweile nach mehreren Kilometern nicht mehr ganz so frisch :-) |
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| Werkstattbude :-) |
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| Aus alten Bomben wurden Boote gemacht :-) |
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| Achtung - Schweine kreuzen :-) |
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| Fast am Tagesziel angekommen :-) |
Ab dem Ort Lak Sao wurde die Straße auch wieder besser, so dass wir die kleine Stadt Nahin passierten und uns ein Guesthouse in einem Dorf kurz vor der Konglor-Höhle suchten. Diese wollten wir am nächsten Morgen besichtigen. Unser Guesthouse war sehr spartanisch - neben ein paar schönen Holzbungalows gab es nur sehr einfache Zimmer in einer großen Bambushütte. John überließen wir den letzten Holzbungalow und wir quartierten uns in die Zimmerchen aus hauchdünnen Wänden aus Bambusmatten ein. Außer einem Bett und einem kleinen Tischchen gab es darin nichts, Gemeinschaftsbad war um die Ecke. Aber wir haben auch nur 3 Euro bezahlt. :-)
Als wir grad noch gemütlich nach dem Abendessen zusammensaßen, kam plötzlich der Besitzer des Guesthouses aus einem anderen Bambusraum, der offensichtlich als Vorratsraum genutzt wurde. Auf dem Kopf hatte er eine Grubenlampe und in der Hand - eine Rattenfalle mit Ratte darin. Erst wedelte er mit der Ratte vor seinen Hunden rum, dann zog er sie kurz über den Boden, bevor er sie auf einen kleinen Tisch neben der Küche legte. Dann kam seine Frau aus der Küche, begutachtete die schöne Ratte und schließlich legte der Typ die Ratte in den Kühlschrank. Das alles geschah in unserer Sichtweite und wir fielen fast vom Glauben ab! Okay, dass die Einheimischen hier alles mögliche Getier essen ist ja okay, aber dass sie die Viecher dann einfachso in den Kühlschrank legen, wenn Touristen da sind - das möchte man wirklich nicht wissen!!! John hatte die Situation grad verpasst und als wir ihm davon erzählten, wollte er es nicht glauben. Er stiefelte also direkt zu dem Kühlschrank hin und schaute hinein. Der Typ vom Guesthouse wollte ihn noch abhalten, kam aber zu spät. Im Kühlschrank lag tatsächlich die frische Ratte einfach so drin, ohne Teller oder Schüssel, direkt neben dem Gemüse. Und ich war eine Sekunde vorher noch froh, nur eine Gemüsesuppe gegessen zu haben ;-) John fragte ihn, ob sie Ratten essen und der Typ zog stolz eine Schüssel aus dem Kühlschrank, wo noch weitere gegrillte Ratten und Mäuse drin waren. Na lecker... In diesem Moment beschlossen wir spontan, morgen früh hier nicht mehr zu frühstücken. :-) Später dann in unserem Zimmer hörtenwir plötzlich Annegret rufen, dass sie eine Rattenfalle unter dem Bett habe. Na prima! Unter unserem Bett waren sogar zwei. Irgendwie haben wir die Nacht dennoch rumgekriegt und am nächsten Morgen haben wir uns flink auf den Weg zur Höhle gemacht.
02.01. Tag 3:
Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir die Höhle, bzw. den Bereich davor. Die Höhle ist knapp 7 km lang und kann nur per kleinem Boot erkundet werden, wofür man sich ein Ticket kaufen muss. In ein Boot passen hinten der Steuermann, vorne ein Steuermann und dazwischen wir drei. Zuerst wurden wir aufgefordert unsere Hosen hochzukrempeln und Schlappen anzuziehen, da man in der Höhle auch immer mal ein Stück aussteigen und durchs Wasser waten muss. Na prima.... Jan freute sich jedoch darauf :-) Nach einer gruuuseligen Fahrt durch die Höhle und etlichen Zwischenstopps, wo der kleine Kahn über zu niedrige Wasserstellen geschleppt wurde (von den Steuermännern), erreichten wir (in meinen Augen ENDLICH, in Jans Augen LEIDER SCHON) das Ende der Höhle, wo sich ein paar touristische Essensstände befanden. Nach einer kurzen Pause, mussten wir den ganzen Weg durch die Höhle aber wieder zurückfahren. Es gab dort wirklich schöne Stalaktiten und anderes Gefels zu sehen, aber mit der Dunkelheit und Feuchtigkeit hab ich es nicht so... Jan hingegen fand die Tour durch die Höhle klasse :-)
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| See vor der Höhle |
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| Eingang |
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| Abgefahren... |
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| Könnte auch die Kulisse von einem Science-Fiction-Film sein :-) |
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Mal wieder aussteigen, damit die beiden Steuermänner den Kahn ins Tiefe schleppen können.
Übrigens ist es nur auf dem Foto so hell wegen des Blitzes - es war stockdunkel! Und kalt... |
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| Jaaaa, man sieht mir meine Begeisterung an... ;-) |
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Hier sieht man die Kerle schon wieder schleppen - auch wieder nur vom Blitz erleuchtet.
Doch hinten links im Bild ist Licht am Ende des Tunnels :-) |
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| Juhuuu, endlich der Ausgang :-) |
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| So schön ist es hier außerhalb bei Tageslicht :-) |
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| Dieses kleine Geschöpf trafen wir bei den Futterbuden für Touris :-) |
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| Und nochmal hinein in die Höhle... |
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| Und hier waren wir wieder durch die Höhle durch :-) |
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| Blick zurück auf die Anlegestelle der Boote |
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| Heilfroh, wieder draußen zu sein... ;-) |
Anschließend starteten wir zur letzten Etappe Richtung Thakhek. Die Landschaft war hier nicht mehr so aufregend, eher flach und eintönig. Unser Mopped machte uns schon wieder denselben Ärger, aber Jan hat es bis zurück nach Hause gequält, es waren ja nur 105 Kilometer. :-) Und der Vermieter des Moppeds hat uns abends auch anstandslos die 2 Euro Reparaturkosten erstattet :-)
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| So schön!!! :-) |
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| Wahnsinn, wie groß die Büschel hier wachsen! |
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| Leben am Wegesrand |
Am nächsten Tag ging unsere Reise dann wieder mit einem Bus (mit mulmigem Gefühl im Bauch) weiter Richtung Vientiane, der Hauptstadt von Laos. Der Bericht von dort folgt bald :-)
Ohje, ohje - das mit der kaputten Scheibe im Bus ist ja gruselig, der Rest der Fahrt klingt auch alles andere als erbaulich. Man, man, man - nichts für schwache Nerven! Unglaublich...
AntwortenLöschenEure Moppedtour mit Begleitung hingegen klingt toll, die Landschaft sieht herrlich aus und auch rund um die Höhle ist es grandios - IN der Höhle, das wäre auch nicht so meins gewesen, ich kann also Sabrinas genervten Blick zu gut verstehen, hihi... :)
Liebe Grüße aus dem Regen! ;-)
Huhu liebe Anna! :-)
AntwortenLöschenFür schwache Nerven ist hier so einiges nichts... Wenn ich nur an die Ratten denke im Kühlschrank- gruselig :-)
Na hoffentlich hört es bei euch auch irgendwann mal wieder auf zu regnen!!
Liebe Grüße,
Sabrina
Mannomann, das sind ja wieder Erlebnisse! Nur gut, daß bei der Sache mit dem Bus nichts schlimmeres passiert ist!
AntwortenLöschenAuch die Story mit den Pelztierchen ist ja heftig! Aber bei den gegrillten Ratten oder Mäusen da hält sich Jans Experimentierfreude mit exotischem Essen dann zum Glück scheinbar doch in Grenzen,oder?;-)
Schöne Fotos habt Ihr wieder auf der Moppedtour gemacht!
Hallo liebe Ines! :-)
AntwortenLöschenJa, zum Glück hält sich Jans Experimentierlust bei Ratten in Grenzen :-) Mit dem Bus das war wirklich gruselig - Glück gehabt!
LG Jan und Sabrina
Schau dir mal an, was wir alles probiert haben:
LöschenAugen-auf-Reise: kulinarischer Wahnsinn Asiens
Nachtrag:
AntwortenLöschenJan fügt grad hinzu, dass er eine ordentlich zubereitete Ratte auch essen würde, (er würde alles essen) aber die olle Ratte neben frischen Lebensmitteln - das war auch ihm zuwider :-)
Wow, ihr habt euch getraut in dem Land mit der schlechtesten Gesundheitlichen Versorgung der Region mit dem Moto zu fahren! ;-) Respekt!
AntwortenLöschenAuch fuer uns war Kong Lor ein absolutes Highlight unserer Zeit in
Laos.
Hallo Björn!
AntwortenLöschenHihi, ihr seid ja lustig! Ich glaub Moppedfahren in Laos ist nicht so gruselig bzw gefährlich wie all eure kulinarischen Experimente ;-)
Seid ihr noch in Australien? Finde mich in eurem Blog noch nicht so gut zurecht *schäm* :-)
LG
Zum Thema Ratten:
AntwortenLöschenIch habe erst neulich einen Asiaten sagen hoeren: "Wir essen alles was Beine hat, ausser Tische und Stuehle" Da musste ich sofort wieder an euch denken :-)