Montag, 9. Januar 2012

Laos - Phonsavan

Nach einer Fahrt im Touri-Minibus mit spektakulärer Aussicht auf die schönen Berge und etlichen Kurven kamen wir Samstag nachmittag in Phonsavan an. Wir fühlten uns spontan in einen Westernfilm versetzt, denn diese Stadt ist eine einzige staubige Einöde mit einer riesigen breiten Hauptstraße mittendrin. Manche Einheimische tragen sogar Cowboyhut :-)

Am nächsten Morgen haben wir uns mal wieder ein Mopped gemietet und sind (mit Annegret im Schlepptau) zur Erkundung der Ebenen der Tonkrüge losgezogen. Angeschaut haben wir uns die Felder 1-3, das sind die Hauptstandorte der Tonkrüge und sie sind weitgehend von Minen befreit. Laos hat leider auch eine traurige Vergangenheit, die immer noch Opfer fordert. Zwischen 1964 und 1973 führten die USA die massivsten Luftangriffe der Geschichte und warfen 2 Millionen Tonnen Bomben über Laos ab. Rund 30 % der Bomben explodierten nicht und liegen nun immer noch als hochgefährliche Blindgänger über das Land verteilt. Diesen Bombardierungswahnsinn hat sich die USA pro Tag 2,2 Millionen US-Dollar kosten lassen!!!!! 1994 hat die Organisation MAG (British Mines Advisory Group) damit begonnen, die nicht explodierten Bomben aufzuspüren und zu entschärfen. Für die Bewohner in ländlichen Teilen von Laos sind die Blindgänger immer noch eine große Gefahr, besonders für die Bauern, die ihre Felder bearbeiten wollen. Nach dem aktuellen Stand wird es noch rund 100 Jahre dauern, das Land wieder von jeglichen Blindgängern zu befreien. Eine furchtbar lange Zeit, aber zumindest gibt es die Chance auf Sicherheit. Die MAG hat ein sehr interessantes Büro in Phonsavan, dass man unbedingt mal besuchen sollte. Dort wird über den aktuellen Stand der Säuberungen und die gefährliche Arbeit der mutigen Bombenentschärfer berichtet. Interessanterweise gibt es auch viele Frauen, die in den Teams arbeiten.

Die Bombardierung Laos‘ ist auch im täglichen Leben allgegenwärtig. Überall gibt es Reste von Bomben zu sehen, die teilweise als Blumenbeete, Stützpfeiler oder zur Dekoration genutzt werden. In einem Dorf in der Nähe Phonsavans gibt es auch einen Mann, der aus Aluminiumschrott von alten Kriegsflugzeugen Löffel und Schmuck herstellt. Das haben wir uns natürlich angeschaut und ich durfte sogar mitmachen. Ob es sich bei dem Aluminium tatsächlich noch um Flugzeugreste handelt, wissen wir nicht, aber die Idee ist gut!
Doch nun zurück zu den Tonkrügen. Bei der Besichtigung des ersten Feldes hatten wir noch schlechtes Wetter, es wurde dann aber zusehends besser, wie ihr auf den Bildern sehen könnt. Die Herkunft der Tonkrüge (die eigentlich nicht aus Ton, sondern aus Sandstein bestehen) ist noch immer ungeklärt. Es gibt Theorien, die besagen, dass es sich um Trinkgefäße von Riesen handelt, andere sagen es seien uralte Bestattungsgefäße. Wie auch immer – sie sind toll anzuschauen! 


Bombendeko - im wahrsten Sinne des Wortes


Der größte Krug, den wir fanden :-)


Manche haben auch einen Deckel

Zwischen diesen Grenzsteinen darf man nur laufen - dort ist sicheres Gebiet.


Begrenzungssteine markieren den sicheren Weg

Bombenkrater

On the road :-)

Die liefen hier frei rum :-)





Baum sprengt Tonkrug :-)



Fest im Griff ;-)




Steinscheibe, vielleicht ein Deckel?




Herr Ober - 2 Bier bitte :-)

Links und mittig Kriegsüberreste, rechts daraus entstandene Löffel und Stäbchen :-)


Ich durfte auch mal - flüssiges Aluminium mit der Schöpfkelle aus dem Ofen holen und in die Holzförmchen gießen :-)


Tadaaaa - fertig ist der Löffel! Make spoons not war! :-)

Teil des "Löffeldorfs" :-)

Ein super Auto! :-)


Nach 2 Nächten in Phonsavan brachen wir dann wieder per Bus auf Richtung Luang Prabang.





3 Kommentare:

  1. Hallo Ihr Zwei,
    komme leider erst jetzt wieder zum nachlesen. Danke für die Bilder und Berichte, vor allem Laos scheint ein sehr schönes Land zu sein.
    Nachträglich noch ein gutes neues Jahr!
    LG
    Martina

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  2. Die Tonkrüge sind ja irre. Faszinierend.

    Aber die Vergangenheit von Laos ist ja auch sehr traurig. :( Schrecklich, dass man dort überall an die Bomben erinnert wird, aber ich finde es eine schöne Idee, aus den Resten Löffel und Stäbchen zu machen. Ist aber sicher gruslig, wenn man durch nen Feld geht und nicht weiß, ob noch Mienen am Wegesrand liegen, oder?

    Liebe Grüße!

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  3. Hallo Anna!
    Ja, der Gedanke, dass direkt in der Nähe noch Bomben liegen können, ist alles andere als schön. Aber zum Glück gibt es ja gesicherte Wege!
    LG

    Hallo Martina!
    Dir auch noch ein frohes Neues nachträglich! :-) Laos ist wirklich ein schönes Land, aber es gibt leider seeeeehr viele Touristen dort. Wenn man sich nicht nur unter Touristen bewegen möchte, wird es eben an manchen Orten schwierig.
    LG

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